Aletshausen „Guten Tag, hier ist das bayerische Staatsministerium. Sie sind zum 85. Geburtstag von Papst Benedikt eingeladen. Darf ich um ihre E-Mail-Adresse bitten, damit wir ihnen Protokoll und Flugunterlagen zusenden können?“ Wer so einen Anruf bekommt, könnte natürlich glauben, dass ihn irgendein Spaßvogel auf den Arm nehmen will. Monika Drexler aus Aletshausen ging es nicht anders und so wimmelte sie die Anruferin zunächst einmal ab. Erst ihr Mann Richard brachte sie gedanklich auf die richtige Spur. „Er meinte, es wäre bestimmt wegen der bayerischen Staatsmedaille, die ich 2008 für mein soziales Engagement erhalten habe“, erzählt die vierfache Mutter. Beim nächsten Anruf aus der Staatskanzlei verhielt sie sich dann etwas weniger zugeknöpft, aber erst als Tage später das große Kuvert mit Einladung und Protokoll ins Haus flatterte, kam wirklich Freude auf.
Neben Staatsministern, Staatssekretären, Bischöfen, Adeligen und Ordensangehörigen, nahm Ministerpräsident Horst Seehofer auch hoch verdiente, kirchlich und sozial engagierte Bürger mit auf die päpstliche Geburtstagsfeier. „Und am Tag vor dem Flug“, erzählt Monika Drexler, „war ich dann so aufgeregt, dass ich kaum einschlafen konnte.“
Die Sondermaschine stand bereit
Dabei klingelte der Wecker bereits Montag früh um zwei Uhr für die Fahrt zum Flughafen München. Dort wartete die Sondermaschine von Ministerpräsident Horst Seehofer, um die ausgewählten Delegationen aus Politik, Kirche und Adel pünktlich um sechs Uhr früh nach Rom zu bringen. „Ich war so nervös“, gesteht Monika Drexler, „dass ich nach dem Einchecken nicht einmal meinen Kaffee trinken konnte, weil mir die Hände so sehr zitterten.“
Vom Flughafen Rom-Ciampino ging es in drei Bussen, begleitet von Polizeieskorte und Sicherheitsleuten, in den Vatikan, wo bereits um neun Uhr eine feierliche heilige Messe in der Cappella Paolina anberaumt war. Zelebriert vom Geburtstagskind, Papst Benedikt XVI. persönlich. Durch die berühmten Loggien des Raffael ging die gesamte Delegation anschließend in die Sala Clementina, wo in einer Audienz das Präsent, ein Kruzifix, überreicht wurde. „Alles war prachtvoll, bunt und pompös, aber der am meisten ergreifende Moment war doch, als Papst Benedikt ganz dicht an mir vorüberging“, zeigt sich Monika Drexler noch immer ganz bewegt.
Zum Empfang in der Residenz des Botschafters der Bundesrepublik Deutschland beim Heiligen Stuhl, Dr. Reinhard Schweppe, war das Büffet mit Spaghetti und Spanferkel ganz auf die deutsch-italienische Begegnung abgestimmt. Beim abschließenden Rückflug mit einer Lufthansa Sondermaschine waren auch die kleinen Trachtlerkinder, die dem Papst mit ihren Tänzen so viel Freude bereitet hatten, mit an Bord. Sie waren bereits am Tag zuvor mit dem Bus angereist und für manche war es nun der erste Flug ihres Lebens. „Durch die Unterhaltung mit den Buben konnte ich meine eigene Nervosität etwas abbauen“, erzählt Monika Drexler und bekennt: „Dieser ganze Tag war so erfüllt mit dem Hauch des Besonderen, dass ich es immer noch nicht ganz glauben kann, persönlich dabei gewesen zu sein. Mit Sicherheit gehört er aber zu den schönsten Tagen in meinem Leben.“ (nelp)