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01. Februar 2012 19:09 Uhr

Heftige Diskussion um Kirchenreform reißt nicht ab

Ein „Schlag gegen die Laien“

Mangelnde Mitsprachemöglichkeiten kritisiert. Dekan Bucher weist dies zurück. Die Reformpläne seien  „keine Tabula rasa“

Landkreis Die Diskussion um die Reformpläne von Bischof Zdarsa werden in der Region Mittelschwaben weiterhin mit Heftigkeit geführt. Dekan Klaus Bucher kündigte an, dass die beiden Dekanate im Kreis zu einem Dekanat zusammengefasst werden sollen. Dies würden die Gläubigen aber nicht spüren, es gebe dadurch keine Auswirkungen vor Ort, erklärte Bucher. Die Reform sei notwendig, geplant sei überdies keine „Tabula rasa“. Die Laien würden intensiv in die Diskussion eingebunden. Viele Laienvertreter sehen dies offensichtlich anders. Ein langjähriger Pfarrgemeinderat spricht gar von einem „Schlag gegen die Laien“.

Bürgermeister Hubert Fischer setzt sich für den Verbleib von zwei Pfarrern in Krumbach ein. Auch Bucher sagt, dass er in Krumbach zwei Seelsorgebereiche begrüßen würde. Dies sieht der neue Planentwurf der Diözese auch vor, wie Christine Littmann, Vorsitzendes des Pfarrgemeinderates St. Michael, bestätigte. In einer mit Pfarrer Josef Baur abgestimmten Stellungnahme betont sie, dass der Reformansatz des Bischofs grundsätzlich richtig sei. Es gebe auch einen umfassenden Diskussionsprozess. Er könne aber intensiver sein. Bei der Reform solle nicht über die Köpfe hinweg entschieden werden. Wortgottesdienste würden gut angenommen.

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Insbesondere in engagierten Laienkreisen stoßen die Planungen der Diözese teilweise auf massive Kritik. Der frühere Schulamtsdirektor Heinz Leopold, der 16 Jahre Mitglied des Edelstetter Pfarrgemeinderats war und nach wie vor ehrenamtlich als Lektor tätig ist, bringt dies deutlich auf den Punkt: Er kritisiert insbesondere die geplante Beschränkung der Wortgottesdienste: „Dies ist ein katastrophaler Schlag gegen die Laien.“ Auch die geplanten Zusammenlegungen bewertet er skeptisch: Wenn beispielsweise die Edelstetter zu einer anderen Kirche fahren müssten, würde sich die Zahl der Gottesdienstbesucher halbieren. Dekan Bucher weist solche Kritik zurück – unter anderem mit dem Hinweis auf Verbesserungen im Nahverkehr wie den Flexibus. 

 Von der Pfarrei Maria Hilf war am Mittwoch keine Stellungnahme zu erhalten. In Mittelschwaben wird es wohl in der Struktur der Pfarreien umfassende Veränderungen geben. Geplant ist offenbar unter anderem, dass die Pfarreien Ursberg, Mindelzell und Balzhausen zusammengelegt werden, ebenso Thannhausen und Münsterhausen. 

Auführlich berichten wir über das Thema in der Donnerstagsausgabe der Mittelschwäbischen Nachrichten. Hier gibt es auch ein Interview mit dem heimischen Dekan Klaus Bucher.

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