Krumbach Wo sonst die Feuerwehraktiven in ihren Schutzanzügen Löschübungen, Atemschutzlehrgänge absolvieren oder sich Prüfungen unterziehen, dominierte am Samstagvormittag die Farbe blau auf dem Gelände der Krumbacher Wehr, aber auch auf dem Sportplatz beim Schulzentrum.
Knapp 80 Feuerwehranwärter aus dem Landkreis Günzburg zeigten beim „Tag der Jugend“ des Kreisjugendverbandes der Feuerwehr in teils recht anspruchsvollen Prüfungen in Theorie und Praxis, was sie in relativ kurzer Zeit gelernt haben. Die Feuerwehranwärter umfassen schließlich nur die Jahrgänge von fünfzehn bis achtzehn Jahren, bevor sie dann in die Wehr übernommen werden.
Die genau 76 angetretenen jungen Damen und Burschen kamen aus den Jugendgruppen der Ortsfeuerwehren Attenhausen, Bayersried-Ursberg, Deisenhausen, Ellzee, Harthausen, Krumbach, Rettenbach, Riedhausen, Unterknöringen und Waldstetten. 43 bewarben sich um die Jugendflamme Stufe 2 und 15 für die Stufe 3, zwei Gruppen aus Riedheim-Weisingen und Waldstetten-Ellzee unterzogen sich mit der DJF-Leistungsprüfung einer der schwersten Aufgaben.
Auf dem Vorplatz des Krumbacher Feuerwehrhauses galt es zunächst, bei der praktischen Prüfung an verschiedenen Fahrzeugen und Stationen das Können und Wissen unter Beweis zu stellen. Unter anderem musste ein Standrohr gesetzt und betriebsbereit gemacht, nach Ziehen von verdeckten Karten, Gerätschaften identifiziert und brennbare Stoffe den Brandklassen, A = Holz, B = Benzin, C = Gasflasche, D = Stahlwolle, F = Speisefett, zugeordnet werden. „Was bedeuten die Angaben auf einem Hinweisschild bei einem Unterflurhydranten“ oder „wie wird eine Unfallstelle als Ersthelfer abgesichert und ein Notruf abgesetzt“ (fünf W-Fragen) wollten die Juroren weiter wissen.
Der Bau einer Bockleiter mit den Teilen der Steckleiter war von den Prüflingen vorzuführen. So richtig zur Sache ging es dann auf dem Sportgelände beim Schulzentrum bei den Disziplinen Kugelstoßen, Staffellauf, Löschübung, Schnelligkeitsübung und anschließender Fragenbeantwortung. Beim Staffellauf beispielsweise war eine Laufstrecke von 1500 Metern in mindestens vier Minuten und zehn Sekunden zurückzulegen. Die Einteilung der Läufer nach Leistungsfähigkeit blieb der Gruppe überlassen, aber jeder der neun Bewerber musste einmal laufen. Auf die Zeit kam es auch bei der Schnelligkeitsübung an, wo es auf einer 130 Meter langen Bahn um das vorschriftsmäßige Auslegen einer Schlauchleitung über lange Strecken ging, sowie beim Aufbau eines schulmäßigen Löschangriffs der Gruppe nach gültiger Feuerwehrdienstvorschrift. Das Wissen der gesamten Bewerbergruppe wurde schließlich in einem Gespräch über Fragen aus Organisation, Ausrüstung, Geräte, Löschmittel, Unfallverhütung sowie zur Gesellschaft und Jugendpolitik durch den Wertungsrichter mit der Gruppe erörtert.
Waren letztlich alle Hürden geschafft, zählte letztendlich der Gesamteindruck der Gruppe, wobei nicht die Leistung, sondern ihr Verhalten während der Übungen bewertet wurde. Am Ende verspürte man sichtbare Erleichterung, als Stadtbrandinspektor Wolfgang Bauer aus Memmingen und gleichzeitig Abnahmeberechtigter der Jugendfeuerwehren Bayerns allen Prüflingen mit „sehr gut“ eine erfolgreiche Prüfung bescheinigte und ihnen die Abzeichen „Jugendflamme Stufe zwei und drei“ überreichte. Auch die Leistungsprüfung zweier Gruppen wurde mit Bravour gemeistert. Den engagierten Jugendlichen, den fachkundigen Juroren und der Krumbacher Feuerwehr dankte Kreisjugendwart Willi Sauter, zuständig für die Gesamtleitung, für einen reibungslos verlaufenen Tag der Jugend. (wgl)