Oberrohr Alle 20 Jahre ist eine Kirchenrenovierung wohl fällig. Diese Erkenntnis trifft auch auf die Oberrohrer Filialkirche St. Pankratius zu. Der Ursberger Gemeinderat hat heuer für eine umfangreiche Sanierung 250 000 Euro im Haushalt eingestellt. Im Mittelpunkt stehen die Sanierung der Fundamente, Maßnahmen gegen aufsteigende Nässe in den Außenmauern, die Stabilisierung des Dachstuhls, Malerarbeiten im gesamten Außenbereich einschließlich des Kirchturms sowie eine gründliche Überarbeitung des Innenbereiches.
Seit Palmsonntag ist die Kirche geschlossen, der regelmäßige Rosenkranz am Sonntagmittag entfällt. Für den gewohnten Gottesdienst am Dienstagabend fahren die Oberrohrer bis zum Abschluss des Projekts in die Ursberger Pfarrkirche.
Motor der Kirchensanierung ist Mesner Josef Miller mit seiner Frau Anneliese. Fürsorglich kümmern sie sich seit Jahren um die Filialkirche und haben immer wieder auf den Sanierungsbedarf hingewiesen.
Eigentlich sollte Josef Miller nach langjähriger Tätigkeit als Personalleiter einer großen Firma seit drei Jahren im Ruhestand angekommen sein. Er hätte Zeit für seine Hobbys, das Radfahren, die Waldarbeit, das Fitness-Studio und seine beiden Enkel. Seine körperliche Leistungsfähigkeit hat er mehrfach bei Radtouren über die Alpen bis zum Gardasee unter Beweis gestellt. Allerdings ist Josef Miller eine Institution im Ortsteil Oberrohr. Zwölf Jahre war er im Ursberger Gemeinderat und seit 1991 ist er mit Unterstützung seiner Frau Anneliese ehrenamtlicher Mesner der Ortskirche St. Pankratius.
Zuverlässig gestaltet er Rosenkränze und Andachten und initiierte die Errichtung des Oberrohrer Friedhofskreuzes. Für Miller ist es selbstverständlich, dass er sich dabei auch um die Finanzierung der Projekte kümmert. Seine Aktivitäten bewirken, dass sich die Oberrohrer mit ihrer Kirche identifizieren und bei der Werktagsmesse dienstags viele kommen.
Immer wieder wird Miller geholt, wenn ein Mann für „besondere Aufgaben“ in Pfarrei und Gemeinde gesucht wird. 2011 organisierte er die Primizfeier des Neupriesters Konrad Bestle.
Er engagierte sich für den Einbau einer Sitzheizung
Daher war es kein Wunder, dass er auch Initiator und Motor der Sanierung der Oberrohrer Filialkirche wurde. Als es nun an die Umsetzung des Vorhabens ging, ist es für ihn selbstverständlich, die Gewerke zu begleiten. Regelmäßig ist er auf der Baustelle anzutreffen, sorgt für Ordnung und Sauberkeit und dient als Ansprechpartner für die ortsfremden Firmen. Auf sein Engagement geht auch der geplante Einbau einer Sitzheizung in die Kirchbänke zurück. Und natürlich hat er dafür wieder um Spenden geworben. Etwa 12 000 Euro sind durch seine Initiative zusammengekommen.
Millers Ziel ist klar: Bis zum Juli diesen Jahres soll die Sanierung abgeschlossen und die Kirche der Nutzung wieder voll renoviert und optisch ansprechend gestaltet zur Verfügung stehen. (zg)