Mit dem Fliegen ist das ja so eine Sache. Die einen fliegen für ihr Leben gerne, andere meiden Flugzeuge so gut es nur geht. Beim Schnupperfliegen des Mittelschwäbischen Luftsportvereins Krumbach auf dem Thannhauser Flugplatz konnte man mehr übers Segelfliegen erfahren. Das Flugzeug wird an einer Stahlseilwinde hochgezogen und gleitet dann durch die Luft. Länge und Höhe des Flugs hängen dabei stark von der Thermik ab.
Auch der Autor darf mal mitfliegen. Angst vor dem Fliegen habe ich ja eigentlich nicht, ein bisschen mulmig ist mir beim Einsteigen in den Segelflieger dann aber schon. Geflogen wird heute nur in Doppelsitzern. Vorn im Cockpit sitzt immer der Pilot und hinten einer der zehn mutigen Teilnehmer. Bevor es losgeht, müssen Pilot Matze und ich uns erst einmal Fallschirme anziehen. Dann geht es los. Wir steigen ein, schnallen uns an, Matze erklärt noch einmal kurz die Armaturen und dann werden die Einstiegsklappen geschlossen.
Teamfähigkeit ist wichtig für den Segelflugsport
Bevor man aber überhaupt zum Fliegen kommt, müssen noch einige Sachen erledigt werden. Der erste Akt an einem Segelflugtag ist immer das „Ausräumen“ der Flugzeuge. Das heißt, die Flieger müssen aus der Flughalle geschoben werden. Dabei ist besondere Vorsicht geboten, denn „als Segelflieger muss man gut Tetris spielen können“, erklärt Thomas Kraus.
Er ist Zweiter Vorsitzender des Vereins und verantwortlich fürs Schnupperfliegen. Mit Tetris spielen meint er, dass es besonderes Geschick braucht, um alle Segelflugzeuge in die kleine Halle zu bringen. Dabei spielt die Teamfähigkeit jedes Einzelnen eine große Rolle, denn nur gemeinsam können die Flieger nach draußen geschoben werden.
Nach dem Ausräumen gibt Kraus dann eine Einführung in die Flugplatzregeln. Eine wichtige Regel: Man muss immer damit rechnen, dass Flugzeuge starten und landen. Danach werden die Lufträume erklärt. Mit dem Segelflieger kommen wir heute nur in den niedrigsten, wenn das Wetter mitspielt, kann es aber auch durchaus weiter nach oben gehen. Als Nächstes bekommen wir dann eine kleine Wetterkunde. „Wenn man den Flugschein macht, dann lernt man auch viel über Meteorologie, denn es werden im Segelflugwetterbericht auch viele Fachbegriffe verwendet“, erklärt Thomas Kraus. Für Thannhausen ist „nur lokal nutzbare Thermik“ angekündigt. Nicht die besten Bedingungen für einen Segelflug. Wir probieren es trotzdem.
Notwendiger Sicherheitscheck vor jedem Flug
Vorher müssen die Flugzeuge aber noch auf ihre Sicherheit überprüft werden. Dafür gibt es in jedem Segelflugzeug eine Checkliste. Diese wird Schritt für Schritt durchgegangen. Danach muss derjenige, der das Flugzeug überprüft hat, auf einem Zettel unterschreiben, dass alles in Ordnung ist. So weiß jeder, der an dem Tag mit dieser Maschine fliegen will, dass alles sicher ist.
Und dann können wir endlich starten. Der Flieger wird langsam von der Startwinde nach oben gezogen. Schon sind wir in der Luft. Das ging ziemlich schnell und das mulmige Gefühl ist auch weg. Jetzt heißt es nur noch, die Aussicht genießen.
Rechts ist die Wakeboardanlange zu sehen. Dann fliegen wir über die Verbindungsstraße zwischen Oberrohr und Kemnat. An Oberrohr vorbei geht es Richtung Thannhausen und von da wieder zum Flugplatz. Leider spielt das Wetter nicht so richtig mit und wir müssen nach wenigen Minuten schon wieder landen. Als ich aussteige, beginnt es zu regnen. Damit muss das Fliegen heute leider vorerst abgebrochen werden. Eine schöne Erfahrung war es dennoch.