Krumbach Willibald Spatz, der 2009 erstmals mit seinem Kriminalroman Alpendöner voll ins Schwarze traf, setzte seine Serie um den skurrilen Krimiheld "Birne" fort. In der Buchhandlung Vogt in Krumbach las er aus der Neuerscheinung Alpenlust. Der Autor, der mit der "jungen Kultur" in Dinkelscherben auch Filme produziert, ist gebürtiger Augsburger. Der 33-Jährige studierte in Würzburg Biologie und danach in München Kulturkritik und arbeitet als Lehrer im Stettener Mädchen-Gymnasium.

In dem Buch Alpenlust geht es um eine klassische Dreiecksbeziehung, um Rollentausch und Untergrund. Dabei ist die Wortwahl stets frisch, angriffslustig und teilweise der Szene entsprechend erschütternd. Zivilcourage und Beamtenbeleidigung sind zentrale Themen des Buchs. Die Hauptfigur, der Polizist Birne, verwickelt sich durch seinen lebenshungrigen Tatendrang und zugleich polizeilichen Auftrag selbst in das skrupellose Verbrechen. Er wird sozusagen Opfer in seinem eigenen Fall. Es entwickelt sich ein klassisches Dreiecksverhältnis, das im Zuge der gezielt ausgewählten Berufe der Romanfiguren nicht mit alltäglichen Situationen vergleichbar ist. Im Rotlichtmilieu im Augsburger Stadtteil Oberhausen, in dem sich Spatz' skurrile Typen bewegen, gehen die Uhren anders. Im Dickicht des Großstadtdschungels herrschen andere Gesetze. Der Autor wagt einen Spagat zwischen menschlichen Abgründen und friedvoller Heimat. Das Buch endet mit der Pistole an der Schläfe von Birne. Es bleibt offen, ob Birne da wieder lebend rauskommt. (hess)
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