Während die einen am Freitag frisch gestylt und manikürt vor dem Fernseher sitzen und der royalen Hochzeit beiwohnen, ist man andernorts fieberhaft damit beschäftigt, drei bereits recht betagte BMW-Limousinen zu beladen, um damit gen Orient zu reisen.
Am Samstag startet die Allgäu-Orient-Rallye von Oberstaufen im Allgäu nach Amman in Jordanien. 20 Jahre alt oder höchstens noch 1111,11 Euro wert dürfen die zum Start zugelassenen Autos sein. Kein Navi, keine Nobelherbergen, keine Autobahnen. Beim sechsköpfigen „Oilfinger“-Team aus Mittelschwaben (Hasberg, Winzer und Schöneberg) steigt allmählich das Reisefieber.
Am Samstag startet die Rallye in Oberstaufen. Heute Abend ist große Abschiedsparty. Sind die Autos schon vor Ort?
Matthias Leichtle: Nein, die stehen noch hier. Wir müssen ja packen und aufpassen, dass wir nichts vergessen.
Was ist denn wirklich unverzichtbar?
Leichtle: Da wir nur Landstraße fahren, kein GPS und kein Navi benutzen dürfen, ist ein dicker Ordner voller Landkarten wirklich wichtig für uns. Wir sollten jeden Tag wenigstens 600 Kilometer schaffen, um unser Ziel zu erreichen.
Da braucht man Sitzfleisch und Hämorrhoidensalbe?
Leichtle: Nein, eher was gegen "Montezumas Rache" (Durchfall-Erkrankungen, Anm. d. Red.). Haben wir aber genügend dabei.
Gibt es Bedenken wegen der aktuellen politischen Lage in Nordafrika?
Leichtle: Soweit ich weiß, hat sich keines der 102 Teams zurückgezogen. Im Endeffekt betrifft es eigentlich auch nur Syrien und da gibt es mehrere Varianten zum Umfahren. Zum Beispiel mit dem Schiff von Mydiat nach Haifa. Uns wäre der Weg über Zypern lieber.
Warum?
Leichtle: In Zypern herrscht Linksverkehr. Das könnten wir dann auch noch mitnehmen.
Keine Sorge, dass ihr das Ziel nicht erreicht?
Leichtle: Nein, überhaupt nicht. Schließlich wartet am Schluss zur Siegerehrung, mit Basmah bin Thal, eine echte Prinzessin, auf uns. Außerdem wird der NBA Basketballspieler Hakeem Olajuwon zur Begrüßung am Ziel stehen. Das wollen wir auf keinen Fall verpassen.