Aichen Zwei Bauanträge, eine Grund-Dienstbarkeit sowie eine Aufforstung standen bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderates zur Beratung an. Bis auf die Photovoltaik-Freiflächen-Anlage, die nach längerer Diskussion mit 6:6 Stimmen abgelehnt wurde, fanden die übrigen Tagesordnungspunkte die einhellige Zustimmung des Gremiums. Die Sanierung der staubfreien Flurstraße zum Sportplatz in Obergessertshausen stellte man aus Haushaltsgründen auf 2013 zurück.
Photovoltaik-Freiflächen-Anlage Die Gemeinderäte zeigten sich großzügig und behandelten den Bauantrag von Ulrike und Roland Ludwig aus Obergessertshausen, obwohl dieser erst in „letzter Minute“ eingegangenen sei, wie Bürgermeister Kling sagte. Diese planen auf dem eigenen Wiesen-Grundstück westlich ihres Wohnhauses an der Sandstraße die Gewinnung von Solarstrom. Die Module in Ständerbauweise benötigen eine Fläche von 3,2 auf 84 Metern und sollen eine Leistung von rund 40 kWp bringen. In der anschließenden Diskussion kristallisierten sich zwei Meinungen heraus: Bürgermeister Kling plädierte für diese Anlage, da diese sauberen und umweltfreundlichen Strom erzeuge. Was das Landratsamt dazu sagt, wird sich zeigen. Sein Stellvertreter Bruno Schedel war dagegen, da solche Anlagen die Landschaft verschandeln. Gegen Dachanlagen habe er nichts. So geteilt wie die Meinungen, war auch die Abstimmung: Mit 6:6 Stimmen wurde der Antrag abgelehnt.
Hausbau Die in der Hauptstraße von Obergessertshausen wohnenden Kathrin und Andreas Leiseinberger beabsichtigen „Im Unterfeld“ ein Einfamilienhaus mit Doppelgarage zu errichten. Das Wohnhaus mit einem 3,5 Meter breiten westlichen Zwerchgiebel soll 10,99 auf 9,74 Meter groß werden. Die Garage mit südlicher Dachgaube misst 7,25 auf 7,99 Meter. Da sich die Bauherren nicht an den Bebauungsplan halten, beantragten sie folgende Befreiungen: Die Kniestockhöhe beträgt 1,16 statt 0,75 Meter. Die Garage überschreitet die Baugrenze um etwa zwei Meter. Der Zwerchgiebel überschreitet zusammen mit der Dachgaube mehr als das zulässige Viertel der Trauflänge. Das Gremium stimmte mit 12:0 dem Bauplan samt Befreiungen zu.
Grund-Dienstbarkeit Im Zuge des Weiterbaus der Staatsstraße 2027 sowie des Rad- und Fußweges des zwischen Nachstetten und Roppeltshausen muss ein Strommast versetzt werden. Für den neuen Standpunkt auf dem gemeindlichen Grundstück der Gemarkung Memmenhausen wurde mit 12:0 eine Grund-Dienstbarkeit für die Lechwerke genehmigt.