Ursberg Der turnusmäßige Kreisverbandstag des VdK-Kreisverbandes Günzburg fand in der Klostergaststätte in Ursberg statt und stand unter dem Motto „alles neu macht der Mai“. Denn nicht nur der Kreisvorstand wurde neu gewählt, auch die neue Kreisgeschäftsführerin, Sandra Kolb, konnte sich in diesem Zuge den Delegierten aus den 24 Ortsverbänden vorstellen. Die 37-jährige Fachwirtin für Sozial- und Gesundheitswesen stammt aus Thannhausen und hat zum 1. April 2012 die Leitung der Kreisgeschäftsstelle in der Dillinger Straße in Günzburg übernommen. Sie folgt dem bisherigen Kreisgeschäftsführer, Helmut Zangenberg, welcher Ende März in den Ruhestand trat, nach.
Erfreut teilte sie mit, dass der Sprechtag im Rathaus Krumbach inzwischen mit Terminvergabe über die Geschäftsstelle in Günzburg gehandhabt wird und äußerst gut angelaufen ist. Dies wird vor allem von den Mitgliedern sehr begrüßt, da es nunmehr kaum Wartezeiten gibt. Auch die Sprechtage in der Kreisgeschäftsstelle in Günzburg wurden zugunsten der Serviceerweiterung abgeändert, sodass nun auch donnerstags Nachmittagstermine angeboten werden können. Wie Kolb mitteilte, steigen die Mitgliederzahlen und der Beratungsbedarf im Sozialrecht stark an.
Kreisvorsitzender Horst Lemp blickte auf die vergangenen vier Jahre zurück. Der Erfolg des Kreisverbandes sei auch dem Einsatz der ehrenamtlichen Mitarbeiter zuzuschreiben. Hervorzuheben sei die gute Zusammenarbeit zwischen Haupt- und Ehrenamt. Dies zeige sich auch an der Kandidatenliste für den diesjährigen Kreisverbandstag. Insgesamt kandidierten drei Personen für das Amt des Kreisvorsitzenden. Der stellvertretende Kreisvorsitzende, Jochen Haigis, bedankte sich ebenfalls bei allen für die Zusammenarbeit.
Bezirksgeschäftsführer Herbert Lochbrunner machte deutlich, dass die Rechtsfälle deutlich komplizierter werden und Einsparungen zunehmend auf dem Rücken der Versicherten ausgetragen werden. Die Schere zwischen Arm und Reich gehe auch im Landkreis Günzburg immer weiter auseinander, meinte Lochbrunner.
Der stellvertretende VdK-Landesgeschäftsführer Michael Pausder betonte, dass Bürger es schätzten, wenn Klartext gesprochen wird. Die soziale Verunsicherung wachse und viele Beschäftigungsverhältnisse seien unsicher. Niedriglöhne, Minijobs und Leiharbeit seien „Gift für unsere spätere Rente“. Außerdem bleibe für private Vorsorge kaum Geld übrig. Das Rentenniveau dürfe nicht noch weiter absinken und die Altersarmut müsse verhindert werden. Er forderte die Rückkehr zur uneingeschränkten dynamischen Rente. Eine weitere Herausforderung für die Gesellschaft sei zudem das Thema Pflege, betonte Pausder energisch. Seit der Einführung der Pflegeversicherung 1995 seien die Leistungen kaum erhöht worden und vor allem Demenzkranke und ihre pflegenden Angehörigen würden im Stich gelassen. (zg)