Gundremmingen Der Fehler ist behoben. Block B des Kernkraftwerkes in Gundremmingen läuft wieder. Wie berichtet, hatte sich der Reaktor am Sonntagmorgen automatisch abgeschaltet, weil die Elektronik der Turbinensteuerung nicht richtig funktionierte.
Noch am selben Tag wurde der Defekt behoben, erklärte Tobias Schmidt, Sprecher des Kernkraftwerks, auf Anfrage. „Der Fehler ist zum ersten Mal aufgetreten“, sagte er. Nachdem die kaputte elektronische Baugruppe ausgetauscht war, sei der Reaktor wieder angefahren worden. Das dauert eine ganze Weile, sodass er erst in der Nacht gegen 1 Uhr am Montagmorgen wieder ans Netz ging. Eine Gefährdung des Personals oder der Umgebung habe aber die gesamte Zeit über nicht bestanden, wie in einer Pressemitteilung des Kernkraftwerks versichert wurde.
Der Vorfall war vorläufig mit der niedrigsten Meldestufe 0 der internationalen Bewertungsskala für nukleare Ereignisse – kurz INES – bewertet worden.
Das Ereignis hat Raimund Kamm vom Forum „Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik“ beunruhigt. „Deutschlands ältester Siedewasserreaktor musste schon zum zweiten Mal in diesem Jahr wegen eines Turbinenschadens runter gefahren werden“, erklärt Raimund Kamm in einer Mitteilung an die Medien. Und weiter: „Der Zahn der Zeit macht der Anlage zu schaffen“. Zusammen mit dem benachbarten baugleichen Block C sei dies Deutschlands gefährlichstes AKW.
Raimund Kamm erklärte, dass die Siedewasserreaktoren in Gundremmingen gegenüber den sonst üblichen Druckwasserreaktoren „schwerwiegende Sicherheitsnachteile“ hätten. „Sie verfügen nur über einen Hauptkreislauf, die brisanten Abklingbecken liegen außerhalb des Sicherheitsbehälters und beinhalten in Gundremmingen mit über 4000 verstrahlten Spaltelementen so viel tödlichen Atommüll wie kein anderer Ort in Deutschland.“
Der Sprecher des Kraftwerks erklärte dazu, dass das Alter der Reaktoren nichts mit der Sicherheit zu tun habe, „da die Anlagen kontinuierlich modernisiert werden“, so Tobias Schmidt.
Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz kommt
Wie Raimund Kamm mitteilte, kommt am Donnerstagabend, 25. August, der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz ins Forum am Hofgarten in Günzburg.
Wolfram König (Bündnis 90/Grüne) soll dann in Günzburg über die Suche nach einem Endlager referieren und sich der Diskussion stellen. Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr.