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Bürgerversammlung: Süden oder „Speigel“

Bürgerversammlung

Süden oder „Speigel“

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    Für Diskussionen sorgte das geplante Mindelzeller Baugebiet bei der Bürgerversammlung.
    Für Diskussionen sorgte das geplante Mindelzeller Baugebiet bei der Bürgerversammlung.

    Ursberg/Mindelzell Über 40 interessierte Mindelzeller fanden sich im Saal des Gasthauses Kreuz in Mindelzell ein, um sich über das geplante neue Baugebiet zu informieren. Eingeladen hatte Bürgermeister Peter Walburger, um ein Stimmungsbild zum Thema Baugebiet direkt vor Ort einzuholen.

    Dass es sich der Gemeinderat bei der Platzfindung für das neue Baugebiet nicht leicht gemacht hatte, konnte zu Beginn Günther Thielemann vom Ingenieurbüro Thielemann und Friderich aus Dinkelscherben ausführen. Insgesamt fanden sich in Mindelzell trotz der nicht einfachen geografischen Lage (starke Hanglagen im Westen und feuchter schlechter Baugrund im Osten und Süden) fünf mögliche Standorte. Bei genauerer Betrachtung schied als Erstes davon die Lohgasse aus, da diese durch die bestehende Bauvoranfrage eines Anliegers auf Errichtung eines Viehstalles und der damit verbundenen Abstandsregelung sowie der langen Zufahrt und der bestehenden Sichtbehinderung im Bereich der Einfahrt keine idealen Möglichkeiten zur Umsetzung bietet.

    Überschwemmungsgebiet und Grunderwerbsprobleme

    Die zweite Variante im sogenannten „Speigel“ bringt immense Probleme durch das dort vorhandene sehr starke Gefälle mit sich. Außerdem ist es durch seine Größe finanziell durch die Gemeinde nur dann stemmbar, wenn sich eine genügend große Zahl an Bauwilligen findet, welche dann auch zügig ihr Bauvorhaben umsetzen sollten. Umsetzbar wäre die sogenannte „Westvariante“ mit einer Erschließung von der Premacher Straße mit etwa acht bis zehn Bauplätzen. Problematisch bleibt jedoch auch dann noch der Untergrund, da sich in der Vergangenheit im Bereich des „Speigels“ eine Bauschuttdeponie befunden hatte. Ortsplanerisch die beste Variante wäre offenbar „Mindelzell-Süd“ im Bereich der Straße nach Tiefenried. Doch hier verhindern im Moment die Überschwemmungsproblematik sowie Grunderwerbsprobleme eine Umsetzung.

    Verblieben noch die beiden Standorte im Bereich Wiedanger. Und auch hier ist nicht alles Gold, was glänzt. Im Bereich zwischen Sportplatz, Eisstockanlage und Amphitheater fällt der Lärmschutz ein vernichtendes Urteil. Die Emissionswerte in dem genannten Gebiet liegen weit über den für die Genehmigung eines Baugebietes zulässigen Werten. Nun bliebe noch der nördliche Bereich des Wiedangers übrig, in welchem sich auch die beiden momentan einzig in gemeindlichem Besitz befindlichen und sofort zur Verfügung stehenden Bauplätze befinden würden. Doch hier erschweren vorhandene Abwasserkanäle, wie auch die sicherlich ortsplanerisch schlechteste Lage („Wir wollen kein Straßendorf werden“) die Umsetzung. Die Tendenz der Bauwilligen geht Richtung Süden oder in den „Speigel“.

    Die anschließende Diskussion brachte zunächst einmal Unverständnis vonseiten der Anwesenden zur Lärmschutzsituation im Bereich der Sportanlagen, speziell auf den Eisstockplatz bezogen, zum Ausdruck. „Seltsamerweise kann also offensichtlich ein Eisstockplatz ohne Berücksichtigung von den Emissionswerten in den Bereich einer bestehenden Bebauung (und eine solche besteht ja in westlicher Richtung) integriert werden. Ein neues Baugebiet jedoch im umgekehrten Fall nicht“, merkte ein sichtlich aufgebrachter Zuhörer an. Dass dies leider so der Fall ist, verursachte bei vielen Teilnehmern ungläubiges Kopfschütteln. Klar herauszuhören war jedoch der Wille der Bevölkerung, im Bereich „Mindelzell-Süd“ aktiv werden zu wollen.

    Auf die Fragen, bis wann denn mit der Umsetzung des Hochwasserschutzes gerechnet werden kann, konnte Bürgermeister Walburger nur darauf verweisen, dass Mindelzell zwar an erster Stelle für diese Umsetzung stünde, dieselbige jedoch davon abhängig sei, bis wann der Freistaat Bayern hierfür Mittel freigebe. Dies könne bereits dieses Jahr, aber auch erst in ein oder zwei Jahren der Fall sein. Hierauf hätte die Gemeinde keinen Einfluss. Zudem schwebe selbst dann noch das Grunderwerbsproblem („die Besitzer wollen halt partout ihre Flächen nicht verkaufen“, so der Bürgermeister) über der Umsetzung. Und im „Speigel“ kommen hohe Baulandkosten und sicherlich ein erhöhter Baukostenaufwand auf die Bauwilligen zu. Walburger: „Trotzdem war es wichtig, diese Versammlung durchzuführen, da es auch für die Entscheidung des Gemeinderats wichtig ist, nicht nur für Mindelzell, sondern auch mit den Mindelzellern ein attraktives Neubaugebiet zu schaffen. Bereits in der nächsten Gemeinderatssitzung wird diese Problematik wieder das Hauptthema sein.“

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