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17. Januar 2010 20:00 Uhr

Infektionswelle

Ulm: Legionellen-Bakterie ist identifiziert

Die Uniklinik Ulm ist jetzt bei der Suche nach dem Legionellen-Infektionsherd einen entscheidenden Schritt weiter gekommen. Von Stephanie Schuster

Legionellen: Gefährliche Bakterien.

Was die bundesweit bisher einmalige Legionellen-Infektionswelle angeht, ist die Uniklinik Ulm der Lösung des Rätsels einen entscheidenden Schritt näher gekommen: Dem Team um Prof. Dr. Andreas Essig ist es gelungen, den mutmaßlichen Krankheitserreger zu identifizieren. Die Mediziner haben dazu ein Sekret aus den Atemwegen einer Patientin abgesaugt und molekular untersucht.

Nun besitzen sie gewissermaßen einen "genetischen Fingerabdruck" - der verrät, dass für die aktuellen Erkrankungen in der Region das Stäbchen-Bakterium Legionella pneumophila der Serogruppe 1 verantwortlich ist.

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Zahlreiche Untertypen

Nun ist es theoretisch möglich, die Infektionsquelle eindeutig zu bestimmen: "Wenn wir in den aus Hausanschlüssen oder Kühl- und Klimaanlagen entnommenen Proben Erreger finden, die mit diesem Typ übereinstimmen, ist das der Schlüssel zur Lösung des Falls", sagte Prof. Essig. Es gebe Hunderte verschiedene Untertypen, sodass eine konkrete Zuordnung nur auf diese Weise erfolgen könne.

In der Praxis ist man noch nicht so weit: Das aus den verdächtigen Quellen entnommene Material wird noch untersucht. Fest steht inzwischen zwar, dass das öffentliche Trinkwassernetz in Ulm und Neu-Ulm keine Legionellen enthält. Doch bis die restlichen Proben ausgewertet sind, werden noch einige Tage vergehen. Immerhin haben die Behörden bislang in 53 Betrieben und Einrichtungen im Stadtgebiet Ulm/Neu-Ulm entsprechende Proben entnommen, weitere sollen noch hinzukommen.

Patienten nach Hause entlassen

Der Zustand der Patienten, die sich noch in der Uniklinik in stationärer Behandlung befinden, sei indes stabil, teilte Prof. Dr. Heike von Baum vom Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene mit. Während nur mehr zwei Erkrankte auf der Intensivstation liegen, habe man 23 Patienten nach Hause entlassen können. "Darunter auch viele Hochbetagte", so von Baum.

Die Zahl der im Labor nachgewiesenen Infektionsfälle hat sich gegenüber Donnerstag auf 64 erhöht. Allerdings sei dieser Anstieg - wie schon in den Vortagen - lediglich auf den Abgleich von in Untersuchung befindlichen Fällen zurückzuführen.

Damit dürfte nun endgültig feststehen, dass der Höhepunkt der Ansteckungswelle bereits überwunden ist. Die meisten Infektionsfälle habe es in den Tagen zwischen Weihnachten und Anfang Januar gegeben.

Nach wie vor offen

Ob man die Erreger-Quelle jetzt überhaupt noch ausmachen kann, sei deshalb nach wie vor offen, betonte Dietmar Jassner vom Gesundheitsdezernat des Landratsamts Alb-Donau-Kreis noch einmal. "Es ist nicht sicher, ob die Quelle noch existiert." Andererseits könne man auch nicht ausschließen, dass die Quelle wieder aktiv geworden ist - und vielleicht eine neue Erregerwolke ausstoßen könnte. (Von Stephanie Schuster)

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