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Feuerwehren haben erheblichen Schaden zu verkraften: Wanzl-Brand war eine Materialschlacht

Feuerwehren haben erheblichen Schaden zu verkraften

Wanzl-Brand war eine Materialschlacht

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    „Im Keller ist ein Cocktail aus Löschwasser, Schaum, Salzsäure und Natronlauge.“ Kreisbrandrat Robert Spiller
    „Im Keller ist ein Cocktail aus Löschwasser, Schaum, Salzsäure und Natronlauge.“ Kreisbrandrat Robert Spiller Foto: Bernard Weizenegger

    Leipheim Seit 1978 ist Kreisbrandrat Robert Spiller bei der Feuerwehr. Der Großbrand bei der Firma Wanzl, der einen Schaden im zweistelligen Millionenbereich verursacht hat, beschäftigt den Feuerwehrmann nach gut zwei Wochen noch immer. „Vom Schadensvolumen und dem ganzen Drumherum war das der größte Feuerwehreinsatz der vergangenen Jahrzehnte im nördlichen Landkreis“, sagt Spiller. Bei Temperaturen von etwa 15 Grad minus seien „Mannschaft und Gerät kräftig beansprucht“ worden. Für Schuhe und Schutzkleidung der Floriansjünger war das Gemisch aus Löschschaum, Salzsäure und Natronlauge in der zerstörten Galvanik der Wanzl Metallwarenfabrik in Leipheim zu viel. Der Kreisbrandrat schätzt, dass den Feuerwehren ein Schaden von 50000 bis 70000 Euro entstanden sein dürfte.

    Etwa 200 Feuerwehrleute von 17 Wehren löschten den Großbrand, der am Samstag, 11. Februar, gegen 2.50 Uhr in der Galvanik des Werks III in Leipheim ausgebrochen war. Laut Kripo Neu-Ulm hatte ein defektes Stromkabel einer Beschichtungsanlage das Feuer verursacht. Noch vier Tage später loderten in einem Glutnest Flammen auf. Eine richtige Materialschlacht sei das gewesen, sagt Spiller im Rückblick. Etwa 6000 Liter Schaum setzten die Wehren beim Löscheinsatz ein. Tage nach dem Einsatz mussten die Helfer die Schläuche überprüfen und trocknen.

    Spiller ist gegenwärtig damit beschäftigt, die Schäden aufzulisten, die beim Großeinsatz an der Feuerwehrausrüstung entstanden sind. Bei normalen Einsätzen gebe es keine Ansprüche auf Ausgleich. Kommunen seien verpflichtet, bis 15 Kilometern von der Gemeindegrenze entfernt kostenlos Hilfe zu leisten. Der Großbrand bei Wanzl stelle aber angesichts des Ausmaßes, der Kälte und der Stoffe der Galvanik „eine Sondersituation“ dar, so Spiller. Jetzt gebe es Bemühungen, sich mit Versicherungen der Firma Wanzl zu einigen.

    Eine Spezialfirma ist derzeit damit beschäftigt, die Flüssigkeit aus dem Keller der ausgebrannten Galvanik zu pumpen und sie als Sondermüll zu entsorgen. „Im Keller ist ein Cocktail aus Löschwasser, Schaum, Salzsäure und Natronlauge“, informiert Spiller. Der Keller habe die Funktion einer Auffangwanne. So kann keine giftige Flüssigkeit ins Erdreich gelangen.

    Über die Situation bei Wanzl nach dem Brand berichten wir in der Dienstagsausgabe der Mittelschwäbischen Nachrichten.

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