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Kinostart: The Avengers: Allianz der Superhelden

Kinostart: The Avengers

Allianz der Superhelden

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    Ein kampfstarkes Team bilden Loki (Tom Hiddleston) und Black Widow (Scarlett Johansson).		Foto: Marvel
    Ein kampfstarkes Team bilden Loki (Tom Hiddleston) und Black Widow (Scarlett Johansson). Foto: Marvel

    Wohl kaum ein Verlag auf dieser Welt hat seinen Kreativbestand derart erfolgreich vermarktet wie das Comic-Label „Marvel“. Mit Aufkommen der digitalen Bildgestaltung wurde systematisch ein Held nach dem anderen auf der Leinwand zu neuem Leben erweckt: „Spider-Man“, „X-Men“, „Blade“, „Hulk“, „Daredevil“, „Ghost Rider“, „Iron Man“, „Thor“, „Captain America“ und „Die Fantastischen Vier“ tobten mit ihren übermenschlichen Kräften durch die Multiplexe und ließen die Kinokassen kräftig klingeln.

    "The Avenger" bringt Figuren aus verschiedenen Filmen zusammen

    Als Krönung der ausgebufften Strategie der Profitmaximierung kommt nun mit „The Avengers“ ein Marvel-Werk in die Kinos, das die Figuren aus vier verschiedenen Filmen zu einer Superhelden-Party zusammenbringt. Die Fährten zu diesem Klassentreffen wurden bereits sorgfältig in den Vorgängerwerken gelegt und als veritabler Bösewicht landet nun Thors Stiefbruder Loki (Tom Hiddleston) mit dezidierten Racheplänen auf der Erde.

    So wie es in alten Spionagefilmen immer um einen Aktenkoffer mit konspirativen Papieren ging, hat sich der moderne Science-Fiction-Film auf kristalline Gegenstände eingeschossen, von denen geheimnisvolle Kräfte ausgehen. In diesem Fall ist es ein Würfel, mit dem einerseits die Energieprobleme der Menschheit für immer gelöst wären, andererseits jedoch auch ein Tunnel ins Universum gefräst werden kann, durch den außerirdische Invasoren über die Erde herfallen können.

    Nachdem dieser Würfel aus dem Forschungsreaktor der internationalen Friedensorganisation S.H.I.E.L.D. in einer explosionsgesättigten Eröffnungssequenz geklaut wurde, rekrutiert deren Leiter Nick Fury (Samuel L. Jackson) seine Eingreiftruppe. Der eingefrorene Weltkriegsveteran Captain America (Chris Evans) bekommt ebenso seinen Stellungsbefehl wie der nordische Donnergott Thor (Chris Hemsworth), der exzentrische Erfinder Tony Stark (Robert Downey Jr.) alias Iron Man, der Wissenschaftler Bruce Banner (Mark Ruffalo), der sich in Rage geraten in den riesigen Hulk verwandelt, der Flitzebogenmann Hawkeye (Jeremy Renner) und als Quotenfrau im hautengen Latexkostüm die schön schlagkräftige Black Widow (Scarlett Johansson).

    Wenn so viele Super-Egos auf einem Flugzeugträger zusammentreffen, kommt es notwendigerweise zu Revierkämpfen, bei denen die Egoshooter ihre Identität als Helden neu definieren müssen. Das ist recht unterhaltsam, hätte aber sicherlich noch konsequenter zu einem gruppendynamischen Chaos ausgebaut werden können. Aber schließlich ist das Superheldenkollektiv hier nicht auf einem Selbsterfahrungsworkshop, sondern mit der Bekämpfung einer außerirdischen Invasion betraut. Deshalb macht Regisseur und Drehbuchautor Joss Whedon bald Schluss mit lustig und lässt es in zügig aufeinanderfolgenden Gefechten ordentlich krachen.

    Im Finale öffnet sich schließlich der Himmel und tausende von Aliens fallen auf Scootern und in echsenartigen Luftschiffen über die Menschen her. Dabei zeigt sich, dass die Schonzeit, die New York im Kino nach dem 11. September genossen hat, nun endgültig vorbei ist. Mit destruktivem Genuss wird hier Manhattan in Schutt und Asche gelegt. Im Kampf gegen die Eindringlinge müssen die egozentrischen Superhelden ihre Teamfähigkeit beweisen und die doch recht übersichtliche Botschaft, dass nur mit vereinten Kräften und selbstlosem Einsatz die Übermacht des Bösen besiegt werden kann, wird auf penetrante Weise durchtelefoniert.

    Dem Krawall verpflichtet mit einer Überdosis der Effekte

    Wenn man kaum etwas zu sagen hat, muss das Wenige eben umso lauter hinausposaunt werden. Anders als die Vorgängerwerke, die immer auch mit ein wenig psychologischem und philosophischem Subtext abgeschmeckt wurden, bleibt das „Avengers“-Potpourri dem bloßen Krawall verpflichtet und flüchtet sich gnadenlos in die Überdosierung der Effekte, um seinen abgehalfterten Weltenrettungsplot weniger alt aussehen zu lassen. Die emotionale Substanz, durch die sich doch einige Marvel-Adaptionen ausgezeichnet haben, fehlt in diesem seelenlosen Action-Gewitter vollkommen. **

    Start in vielen Kinos unserer Region

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