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23. Oktober 2011 11:59 Uhr

Theater Augsburg

Carmen-Premiere: Deutliche Buhs im Applaus

Kerstin Descher gibt am Theater Augsburg eine überzeugende Carmen in Lorenzo Fioronis wenig überzeugender Inszenierung von Bizets Oper.

Mezzosopranistin Kerstin Descher
Foto: Theater Augsburg

Kaum eine Gestalt der Oper ist derart mit eingefahrenen Vorstellungen belegt wie Carmen.

In der Neuinszenierung von Georges Bizets Oper am Theater Augsburg – erste Musiktheaterpremiere der Spielzeit 2011/12 – umsteuert die Mezzosopranistin Kerstin Descher souverän die Zigeunerinnen-Klischee-Falle, figuriert aber gleichwohl eine leidenschaftliche, auf Selbstbestimmung pochende Carmen. Auch sängerisch stehen ihr dazu alle Mittel zu Gebote, gleich zu Beginn elektrisierend vorgeführt in der kühl glitzernden Habanera.

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Die Inszenierung ist unausgegoren

Unausgegoren die Inszenierung von Lorenzo Fioroni, der den Konflikt zwischen dem weiblich-starken Individuum Carmen und einer in eingefahrenen Verhaltensmustern verhafteten, männlich dominierten Bürgergesellschaft in den Vordergrund rückt, dies aber szenisch nicht sonderlich sinnfällig zu untermauern weiß. Am Ende der Premiere mischten sich in Beifallsbekundungen denn auch deutliche Buhs – eine Seltenheit im Augsburger Theater.

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