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11. Juni 2010 13:55 Uhr

Gericht hebt Verbot von Rammstein-Album auf

Köln (dpa) - Die Band Rammstein darf ihr umstrittenes Hit-Album «Liebe ist für alle da» wieder in Originalversion an Minderjährige verkaufen.

Gericht hebt Verbot von Rammstein-Album auf
Foto: DPA

Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien hatte die Platte der Brachialrocker im November auf den Index gesetzt, weil das Lied «Ich tu dir weh» Gewalt verherrliche und zu ungeschütztem Sex animiere. Das Kölner Verwaltungsgericht hob diese Entscheidung aber am 31. Mai auf, wie ein Gerichtssprecher bestätigte. Das Verbot der CD wurde von den Richtern als «offensichtlich rechtswidrig» bewertet.

«Die Bundesprüfstelle hat die verfassungsrechtlichen Vorgaben für die Indizierung eines der Kunst dienenden Werkes nicht in der gebotenen Weise beachtet», kritisierte das Gericht. «Das Lied "Ich tu dir weh" enthält gerade keine aus einschlägigen filmischen, fotografischen oder literarischen Medien bekannte, detaillierte Darstellung von wirklichkeitsnahen Gewaltexzessen.» Die Gewaltelemente würden lediglich angedeutet und surreal übersteigert.

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Gegen das Verbot, das im Auftrag des Bundesfamilienministeriums erlassen worden war, hatte Rammsteins Musikfirma Universal Music geklagt. Die Bundesprüfstelle kann gegen die Entscheidung noch Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Münster einlegen. Bis zur Indizierung waren von «Liebe ist für alle da» mehr als 300 000 Exemplare verkauft worden, es stand an der Spitze der Charts.

Die Indizierung bedeutete, dass das Album nur noch an Leute über 18 Jahre verkauft werden und nicht mehr beworben werden durfte. Der Song «Ich tu dir weh» durfte auch nicht mehr gesendet, der Text nicht mehr abgedruckt werden. Die Bundesprüfstelle setzt jedes Jahr zahlreiche Rock- und Rap-Songs auf die schwarze Liste. Dazu gehören neben rechtsradikalen und rassistischen Stücken auch Songs der Berliner Rapper Sido, Bushido oder Bass Sultan Hengzt.

http://www.rammstein.de/blog

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