Spuren der unvollendeten Wandmalerei "Die Schlacht von Anghiari" seien hinter einer Wand im Palazzo Vecchio in Florenz gefunden worden, sagte Seracini bei einer Pressekonferenz. Das Da Vinci zugeschriebene Fresko enthalte dieselben schwarzen Farbpigmente, die der Künstler auch für seine berühmte "Mona Lisa" benutzte.
Die Zusammensetzung von Mangan und Eisen in den Pigmenten sei eine Methode, die ausschließlich Da Vinci zugeschrieben werde, sagte der Kunsthistoriker Maurizio Seracini von der Universität San Diego: "Diese Daten sind sehr ermutigend. Wir befinden uns aber noch in der ersten Phase der Forschung."
Jahrelang um Genehmigung gekämpft
Seracini hatte jahrelang für die Genehmigung zu den Recherchen gekämpft, mit denen er mit modernster Technik die Existenz des Meisterwerks hinter der Mauer beweisen will. Der Kunsthistoriker wird auch in dem Bestseller "The Da Vinci Code" von Dan Brown erwähnt.
Die Spuren wurden nach Angaben der Kunsthistoriker mithilfe von winzigen Kameras und Sonden entdeckt, die durch die Wand im prunkvollen "Saal der Fünfhundert" durchgelassen wurden. Derlei Kameras mit einer so hohen Auflösung werden normalerweise eingesetzt, um Krebs im menschlichen Körper zu erforschen.
Mauer aus Respekt vor Da Vincis Werk gebaut?
Um an das Da Vinci zugeschriebene Fresko zu gelangen, mussten die Experten aber sechs kleine Löcher durch die Wand vor dem Werk bohren, auf der sich Giorgio Vasaris Gemälde "Die Schlacht von Marciano" von 1563 befindet. Einige Historiker vermuten, dass Vasari die Mauer aus Respekt vor Da Vincis Werk und zu dessen Schutz errichten ließ. Die Arbeit war in Italien nicht unumstritten, viele Kunsthistoriker und Experten hatten die Beschädigungen an Vasaris Werk scharf kritisiert.
Arbeiten an Wandgemälde 1505 begonnen
Leonardo da Vinci hatte die Arbeiten an dem Wandgemälde über die Schlacht aus dem Jahr 1440 zwischen Truppen aus Mailand und Florenz im Jahr 1505 begonnen. Weil ihm die Farben ausgingen, vollendete er das Fresko jedoch nicht. Sein Zeitgenosse und Kollege Giorgio Vasari lobte das Gemälde für seine Schönheit, und der berühmte flämische Barockmaler Peter Paul Rubens fertigte später eine Skizze davon an. afp