Auf den ersten Blick haben die Liedermacher Hannes Wader und Konstantin Wecker nicht viel gemeinsam. Da ist der Ostwestfale Wader, der minimalistische Eigenbrötler, dem sechs Saiten an seiner Gitarre schon zu viel sind. Die große Show ist nicht seins – im Gegensatz zu Wecker: Schweißgebadet haut der bayerische Entertainer bei seinen Konzerten auf die Tasten. „Einer, der die große Geste, das Orchester braucht“, sagt Wader über den 64-Jährigen. „Das habe ich damals nicht gemocht.“
Im Sommer 2010 gingen die beiden trotzdem gemeinsam auf Tour, begleitet von einem Kamerateam. Der daraus entstandene Film „Wader Wecker Vater Land“ zeigt eine Reise durch verschiedene Welten. Während der Tournee mussten die Einzelkünstler aufeinander zukommen – und wenn es nur um die richtige Position auf der Bühne ging.
Ihre politischen Positionen in der Gesellschaft liegen dabei gar nicht so weit voneinander entfernt. Schon in den 1970er Jahren machten sich Wader und Wecker für die Friedensbewegung und Umweltschutz stark, kämpften gegen rechte Gewalt und Kapitalismus. Die Doku von Rudi Gaul beschränkt sich nicht nur auf das Musikalische. Fließende Übergänge zwischen früheren und neueren Aufnahmen und Konzerten zeigen, wie sich Wader und Wecker politisch entwickelten. So unterschiedlich die beiden Musiker sind, noch immer kämpfen sie für die gleiche Sache. (dpa) ****
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