Mit Superkräften heben Teenager in dem Film "Chronicle" ihre Welt aus den Angeln.

Bis durch Selbstüberschätzung Andrew (Dane DeHaan) gefährlich abhebt, zeigt „Chronicle“ Superhelden mal wirklich menschlich: Andrew, Matt und Steve wollen einfach nur spielen, nachdem sie von einer unbekannten Struktur in einem Erdloch mit Superkräften ausgestattet wurden. Telekinetischer Spaß hält das Trio zusammen, erst heben, dann schleudern sie Gegenstände, ohne sie anzufassen.
Auf dem Supermarkt-Parkplatz verschieben sie Autos und lachen sich über die Suchaktionen der Fahrer schief. Als Matt herausgefunden hat, wie man sich schweben und fliegen lassen kann, heben sie völlig ab. Dass der Trip durch die Wolken superdramatisch wird, liegt an den persönlichen Anlagen der Teenager, mit denen sie sorgfältig eingeführt wurden: Während Steve (Michael B. Jordan) als charmanter Typ im Mittelpunkt steht und Matt (Alex Russell) entspannt auf Philosoph macht, ist Andrew der stille Außenseiter mit einem Haufen Problemen. Die Mutter schwer krank, der Vater meist besoffen und gewalttätig. Er lässt sich von niemandem mehr etwas gefallen – auch nicht vom Vater.
„Chronicle – Wozu bist Du fähig?“ überzeugt nicht nur, weil ganz bodenständige Typen sehr nachvollziehbar mit ihren Superkräften umgehen. Die Kamera bleibt nahe bei den Figuren und wird subjektiv von Andrew geführt. Dieser Gag ist stimmig und die „fliegende Kamera“ nachvollziehbar, weil Andrew mit seinen telekinetischen Fähigkeiten die Kontrolle über die Kamera behält, auch wenn sie über ihm schwebt und ihn beobachtet. Der Film als Video-Tagebuch erobert neue Dimensionen, ohne dass die Logik dieser Perspektive überstrapaziert wird. Den jungen Kaliforniern Josh Trank und Max Landis (Jg. 1985) gelang ein sagenhafter Film. Das eindrucksvoll getrickste Finale zeigt Teenager-Rebellion zerstörerischer als Aliens. ****
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