Die nach vorne geneigte Bühne, der "Spielplatz" des neuen Kinderstücks im Stadttheater-Foyer, ist ganz schön schräg. Ein bisschen erinnert das Zuhause von Hexe Hillary an ein Gruselkabinett. Von Stephanie Knauer



Die nach vorne geneigte Bühne, der "Spielplatz" des neuen Kinderstücks im Stadttheater-Foyer, ist ganz schön schräg. Ein bisschen erinnert das Zuhause von Hexe Hillary an ein Gruselkabinett: Rechts wartet Grammofon Viktor mit Kulleraugen auf seinen Schluckauf-Einsatz, links davon ragt ein Putzkopf mit seltsamen Drähten, dazwischen liegen allerlei Spinnen.{anfang}
Das alles nimmt Wildfang Hillary selbstverständlich - nur nicht die Opernkarten, die sie gewonnen hat. Sie weiß gar nicht, was eine Oper ist.
Das herauszufinden ist der Inhalt des 70-minütigen, erfolgreichen Lehrstücks von Peter Lund, das Kindern die große Unbekannte "Musiktheater" häppchenweise nahe bringt. Leerläufe gibt es hier nicht, aber auch keinen fühlbaren Höhepunkt. Vielmehr knüpft sich in dem köstlichen Hexenreigen ein kleines Highlight an das nächste. Ohne Hast und trotzdem fesselnd wird hier eine witzige, herrlich verdrehte Geschichte gesponnen. Die unkonventionelle, erfindungsreiche und virtuos kindgerechte Inszenierung von Christiane Lutz (Ausstattung Nina Ball, Dramaturgie Maria Schneider) wurde vom Premieren-Publikum groß gefeiert.
Als wundervoll kindlicher Wildfang mit tollem Mienenspiel verkörpert Lilian Mazbouh als rotmähnige Hexe Hillary die Fragen der kleinen Zuhörer. Vornehmer und mit bewundernswerter Stimmkunst erklärt die aus der Badewanne herbeigefaxte Sängerin Maria Bellacanta (Cathrin Lange) der chaotischen Zauber-Kollegin das Rätsel Oper mit Engelsgeduld und Hörbeispielen von Pamina bis zur Königin der Nacht. Perfekt begleitet wird sie dabei von Arturo (Eberhard Fritsche), Kreuzung zwischen Quasimodo und Frankenstein mit vier Händen. Zwar war die Bühnenschräge für die Akteure nicht ohne Tücken. Aber ein reines Vergnügen ist "Hexe Hillary geht in die Oper" trotzdem - auch für große Zuschauer. Stephanie Knauer
Wieder am 13., 21. und 27. Februar
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