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Naturkatastrophe in Japan: Aus der Ferne bangen sie mit

Naturkatastrophe in Japan

Aus der Ferne bangen sie mit

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    Entsetzt verfolgt Kyoko von Pritzbuer die Bilder der Verwüstung im japanischen Satellitenfernsehen.
    Entsetzt verfolgt Kyoko von Pritzbuer die Bilder der Verwüstung im japanischen Satellitenfernsehen. Foto: Thorsten Jordan

    In Japan herrscht Ausnahmezustand. Das schwerste Erdbeben in der Geschichte des Landes und eine darauf folgende Flutwelle verwüsteten weite Teile im Nordosten der Hauptinsel Honshu. Während die Medien die Zahl der Verletzten und Verunglückten ständig nach oben korrigieren und westliche Politiker ihre Solidarität demonstrieren, sorgen sich Angehörige außerhalb des Landes um ihre Familien und Freunde in Japan – auch bei uns in der Region.

    Kyoko von Pritzbuer kam 1981 von Japan nach Deutschland und wohnt seit 18 Jahren in Landsberg. Einige ihrer engsten Angehörigen leben in Tokyo. Als sie die Nachricht von den Geschehnissen in ihrer Heimat erreichte, saß der Schock tief: „Gegen acht Uhr morgens habe ich im Fernsehen von dem Unglück erfahren. Ich habe mir natürlich große Sorgen um meine Eltern und meine Schwester gemacht.“ Sofort habe sie versucht dort anzurufen, jedoch sei es wegen des überlasteten Telefonnetzes problematisch gewesen, eine Verbindung zu bekommen. Während des Wartens habe sie sich mit dem Gedanken beruhigt, dass keiner ihrer Verwandten in der Region lebt, die am schlimmsten betroffen ist. Schließlich zu erfahren, dass es allen gut geht, sei wie eine Erlösung gewesen. „Ich erlebe so etwas zum ersten Mal so nahe, und es ist besorgniserregend“, beschreibt Pritzbuer die ihr geschilderten Vorgänge auf Honshu. Sie hege tiefes Mitgefühl für die Opfer der Flutwelle und all diejenigen, die von den Schäden betroffen sind: „Das gesamte Ausmaß der Zerstörung ist noch gar nicht absehbar. Es wurden bestimmt auch mehr Leute verletzt oder getötet, als man bisher vermutet.“ Selbst in Tokyo sei die öffentliche Infrastruktur teilweise zusammengebrochen und viele müssten in ihren Büros ausharren oder mehrere Kilometer zu Fuß nach Hause gehen, weil sich die Autos in den Straßen stauen.

    Alfred Tlaskal aus Dießen verfolgt die Ereignisse in Japan ebenfalls mit Bestürzung. Zwischen 1990 und 1995 lebte er beruflich bedingt in Osaka. Seither ist er mit der Japanerin Miki Kazue verheiratet. Ihre Kinder gehen mehrere Monate im Jahr in Kobe zur Schule, Kazues Familie lebt in Fukuoka, auf der Insel Kyushu.

    Von der Intensität geschockt

    Auch Tlaskal hat sofort seine Schwiegereltern und seine Arbeitskollegen in Japan angerufen, als er von der Katastrophe erfahren hatte: „Im Gespräch merkt man, wie betroffen alle sind“, sagt er. Wegen ihrer Häufigkeit seien viele Japaner an kleinere Erdbeben gewöhnt, jedoch habe die enorme Intensität der Erschütterung die meisten Menschen geschockt. Zwar sind alle Verwandten und Bekannten wohlauf, jedoch seien einige zumindest indirekt von der Katastrophe betroffen. So habe das Haus eines Arbeitskollegen in Tokyo derart „gewackelt“, dass zwar kein Schaden an der Bausubstanz entstanden, innen jedoch alles verwüstet sei. Ein weiterer Kollege sitze dagegen vorerst einmal auf Manila fest, weil einige Flughäfen gesperrt seien. „Das wichtigste aber ist jetzt schnelle Hilfe für die Verschütteten und die Opfer der Flutwelle“, betont Tlaskal.

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