Thaining Am 15. Februar 1982 – vor ziemlich genau 30 Jahren – wurde der Heimatverein Thaining gegründet. Heute zählt die Vereinigung zur Bewahrung von Geschichte und Kultur im Dorf 132 Mitglieder. Bei der Jahreshauptversammlung am 9. Februar, sechs Tage vor dem runden Geburtstag, erinnerte Alfred Mastaller mit einer Diaschau an die zurückliegenden Jahre: Gemeinsame Ausflüge und Unternehmungen, Ausstellungen zu Themen und Anlässen sowie die Pflege alter Gebrauchsgegenstände, Geräte und Bücher prägten das Vereinsleben.
Ein Höhepunkt am Donnerstagabend: Die Autorenlesung von Rasso Ronneburger aus seinem historischen Roman „Damian Egwolf. Der Bandit vom Lechrain“. Der „Bona-Dami“ ist mit der Geschichte Thainings eng verbunden: Er wohnte im 19. Jahrhundert im heute noch als solches bezeichneten „Bona-Haus“. Heute lebt dort Georg Stechele, der Sohn des Ortschronisten. Der Hausname „Bona“ ist dem Anwesen immer noch eigen - und der Hoferbe und dessen Bruder Hans pflegen die Geschichte ihres Elternhauses, das mehrere Male den Besitzer wechselte, mit Leidenschaft. Hans Stechele erinnerte nach den Romanauszügen an die Geschichte des Hofes „Beim Bona“ und die Verbindung zu Damian Egwolf, einem Mitglied der berüchtigten Riedlbande.
Veränderungen im Vorstand
Die Vorstandswahl brachte einige Veränderungen bei den zu besetzenden Posten sowie mit Magda Mastaller, Hans Keller und Hannelore Degele drei neue Gesichter in das Gremium. 1. Vorsitzende bleibt Gertrud Toepfer, die im Krankenstand ist, aber mitteilen ließ, sie würde das Amt weitere drei Jahre übernehmen. Als 2. Vorsitzenden bestätigte die Versammlung Karlheinz Zeyer.
Ebenfalls wiedergewählt wurden Schriftführerin Rita Tagwerker, Kassier Hans Scherer und Inventarverwalter Sebastian Ebenhoch. Neue Archivarin ist Dr. Gabriele von Gruselius-Ishak. Sie wird weiterhin unterstützt von Hildegard Mader, die dieses Amt nach 27 Jahren offiziell niederlegte. Hans Keller rückte für Dr. Gruselius-Ishak als Beisitzer nach, bestätigt wurden Alfred Mastaller und Sabine Reitinger. Die Kassenprüfer Albert Tagwerker und Georg Stechele gaben ihr Amt auf, ihre Aufgaben übernehmen künftig Magda Mastaller und Hannelore Degele.
Das vergangene Jahr, sagte 2. Vorsitzender Karlheinz Zeyer, sei geprägt gewesen von der Suche nach einem geeigneten Lager für die umfangreiche Sammlung. Denn der Vereinsstadel am Ortsrand ist renovierungsbedürftig – was gemeinsam zu bewerkstelligen sei, zeigte sich Bürgermeister Leonhard Stork sicher. Darüber hinaus ist die Scheune aber nur über das Gelände eines Baustoffhandels erreichbar, was in der Versammlung kritisiert wurde. Das Rochelhaus, das einige Zeit als Heimatmuseum im Gespräch war, kann aus finanziellen Gründen (LT berichtete mehrfach) nicht saniert und umgebaut werden. Eine neue Möglichkeit für ein Depot bestehe aber – so der Bürgermeister – im geplanten Bauhof beim Wertstoffhof. „800 Quadratmeter“, forderte Zeyer mit einem Augenzwinkern, benötige der Heimatverein dringend.
Auf die Fahnen geschrieben hat sich der Heimatverein heuer besonders die Nachwuchsarbeit. Um junge Interessierte zu gewinnen, soll ein Ferienprogramm angeboten werden. (res)