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Dorfmarkt: Bodenständiges in Wengen

Dorfmarkt

Bodenständiges in Wengen

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    Alte Handwerkskunst beim Wengener Dorfmarkt: Maria Bernhard spinnt Schafwolle (rechts), Renate Bernhard macht Seegrasschuhe.
    Alte Handwerkskunst beim Wengener Dorfmarkt: Maria Bernhard spinnt Schafwolle (rechts), Renate Bernhard macht Seegrasschuhe. Foto: Foto: Thorsten Jordan

    Wengen Auch wer dem Wengener Dorfmarkt jedes Jahr einen Besuch abstattet, kann immer noch Neues entdecken. Wobei sich nicht immer ganz klären lässt, ob das Entdeckte eine Neuerung ist, oder einem einfach bisher noch nie aufgefallen ist. Die Eindrücke bei dem urigen Markt, der Jahr für Jahr auch bei misslichem Wetter tausende Besucher anlockt, sind schließlich vielfältig und nicht alltäglich.

    Die Burschenschaft Wengen, die als Ausrichter zeichnet, legt Wert auf Bodenständiges, Althergebrachtes, Lokales. Der diesjährige 19. Wengener Dorfmarkt profitierte von einem strahlenden Spätsommertag, der dem Ort hoch über Dießen und dem Ammersee eine Gästeflut bescherte, die einem Wiesnsonntag zur Ehre gereicht hätte. Die Zugangswege waren zeitweise verstopft und über den Dorfplatz wälzte sich ein endloser Besucherstrom. An den Marktständen mit Produkten aus den Küchen und Kellern der Wengener drängten sich Kaufwillige, die Biergärten erfreuten sich steter Beliebtheit. Ständig umlagert waren auch die Essensstände, als besonders gefragt entpuppten sich wie meist, Auszog’ne und Kaiserschmarr’n. Als Extrazuckerl für alle Freunde älterer und neuerer Zugmaschinen waren rund 100 Bulldogs angetuckert und durften besichtigt oder auch mal bestiegen werden.

    Selbstverständlich hatten sich die Wengener Burschen wie in den Jahren zuvor ein ortsspezifisches Thema für den Markt ausgedacht. Heuer wurde das Wasser, das rund um Wengen reichlich fließt, in den Mittelpunkt gestellt und dafür sogar ein Holzbrückerl über ihren Dorfweiher gebaut. Von hier aus erzählte Sepp Steinle in gewohnter Manier von der „Vielzahl der Quellen mit Trinkwasserqualität rund um Wengen“. Drei davon seien gefasst „und versorgen Dießen, Raisting und das Ammersee-Westufer mit dem kostbaren Nass“. Insgesamt fließen laut Steinle jedes Jahr zwei Millionen Kubikmeter in die Haushalte der angeschlossenen Orte.

    Der Wengener Dorfweiher übrigens, auch das brachte der Referent den Besuchern nahe, wird mit dem übrigen Wasser aus dem Nixenweiher gespeist, pro Sekunde sind das 250 Liter. Das Wengener Wasser hat eine Verweildauer im Boden von mindestens zehn Jahren – „deshalb ist seine Temperatur ganzjährig nur zwischen 8,5 und 9,5 Grad“. Für die Wasserwelt bedeutet das laut Steinle, dass längst nicht alle heimischen Fische in den Bächen zu finden sind. Bachforelle und Bachsaibling, Äsche und Mühlkoppe, vom Volksmund Döpperschädl genannt, schwimmen hier. Neuerdings gibt es auch wieder Bachkrebse „ein Zeichen für besonders sauberes Wasser“, sagt Steinle.

    Grund-, Wasser- und Fischrechte

    Und wie sieht alles rechtlich aus? Natürlich hatte sich der Sepp Steinle auch dazu schlau gemacht und erzählte Wissenwertes über Grund- und Wasserrecht, und über das Fischrecht, das seit 1856 im Besitz der Dießener Familie Rauch ist.

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