Epfach Im Epfacher Museum gibt’s was Neues. Genauer gesagt etwas „neues Altes“, wie Klaus Fischer vom Historischen Ausschuss schmunzelnd berichtet. Denn das kleine Museum Abodiacum an der Via Claudia ist – pünktlich zu seinem 20. Jubiläum in diesem Jahr – um ein schönes Modell reicher. Klaus Fischer hat „einen langen Winter lang“, wie er sagt, das römische Bad, dessen Überreste in Epfacher Boden gefunden wurden, im Kleinformat liebevoll nachgebaut.
Bereits vor längerer Zeit kamen die Reste des römischen Bades zum Vorschein. Der Bauernhof von Rupert Steinle steht auf dem Fundament dieser ehemaligen „Wellness-oase“ der Römer, die sich in Epfach (einst „Abodiacum“) angesiedelt hatten. „Eigentlich steht ganz Epfach auf römischem Fundament“, sagt Fischer. Bei Kanalarbeiten waren eines Tages noch farbig bemalte Steinbruchstücke des römischen Bades auf dem Grund von Rupert Steinle zutage gekommen, die er dem Historischen Ausschuss weitergab und seitdem hinter Glas im Museum zu bestaunen sind.
Welchen Nutzen hatten Steinles Steine?
Um das Ganze aber jetzt anschaulicher zu machen, den Museumsgästen zu verdeutlichen, welche Funktion dieses Steine hatten, wie so ein römisches Bad im Komplettzustand aussah und vor allem, wie es eigentlich funktionierte, baute Klaus Fischer es nun in Miniatur nach.
„Die Grundrisse des Bades sind bereits seit 1912 bekannt und schon lange in unserem Museum ausgestellt, aber weil wir ja heuer das 20. Jubiläum des Museums feiern, habe ich das Modell gebaut – als besonderes Zuckerl sozusagen“, freut sich Fischer. Aus echtem Sandstein und Ton hat er Teilchen für Teilchen geklebt und zusammengebaut, die Funktion der fortschrittlichen Wand- und Fußheizung, die so ein römisches Bad bereits in sich hatte, genau erklärt und das Ganze mit Fachwörtern (Hypokausten-Heizung) versehen, damit die Schüler, die das Epfacher Museum besichtigen, gleich noch mehr dazulernen. Via kleiner Pfeile sieht der Betrachter genau, wo die warme Luft herkommt und wo sie hingeht.
Selbst elegante schwarz-weiße Mosaiksteinchen auf der Sitzfläche, die wohl nur der Ästhetik und nicht etwa dem Zweck gedient haben mögen, hat Fischer genauestens nachempfunden. „Das war damals Wellness für die höhere Gesellschaft. Es war eigentlich kein Bad, sondern eher eine Art Sauna. Etwas, das man eigentlich nicht brauchte, aber natürlich schon sehr schön war, wenn man’s hatte“, erzählt Klaus Fischer lachend, „vor allem im kalten germanischen Winter!“
Wie alt das original römische Bad in Epfach ist, lässt sich laut Fischer nicht genau sagen. „Aber es muss um 120, 125 nach Christus gebaut worden sein.“