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Podiumsdiskussion: Den Bewerbern auf den Zahn gefühlt

Podiumsdiskussion

Den Bewerbern auf den Zahn gefühlt

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    Die fünf Bürgermeisterkandidaten stellten sich einer Podiumsdiskussion in Kaufering-Dorf (von links): Gabriele Triebel (GAL), Erich Püttner (UBV), Stefan Puchmayr (CSU), Thomas Salzberger (SPD) und Josef Mayrock (Freie Wähler).
    Die fünf Bürgermeisterkandidaten stellten sich einer Podiumsdiskussion in Kaufering-Dorf (von links): Gabriele Triebel (GAL), Erich Püttner (UBV), Stefan Puchmayr (CSU), Thomas Salzberger (SPD) und Josef Mayrock (Freie Wähler). Foto: Foto: Dominic Wimmer

    Kaufering Wer nicht rechtzeitig kam, musste mit einem Stehplatz vorlieb nehmen und alle anderen saßen fast zwei Stunden lang wie die Ölsardinen an den Tischen. Rund 150 Besucher haben am Freitagabend gespannt die Podiumsdiskussion mit den Kauferinger Bürgermeisterkandidaten im Saal des Brückenwirts verfolgt, zu der der Dorfverein geladen hatte. Die beiden Moderatoren Andreas und Johannes Gruber fühlten nach einer kurzen Vorstellungsrunde den fünf Bewerbern bei Themen rund um das Dorf kräftig auf den Zahn.

    Während die Kandidaten bei ihrer kurzen Vorstellung völlig unterschiedliche Schwerpunkte setzten – die einen gaben ihre persönlichen Stärken preis, die anderen lieferten einen detaillierten Lebenslauf ab – gab es zunächst jeweils eine persönliche Frage für jeden Bewerber. Gabriele Triebel verwies darauf, dass sie kein Mitglied von Bündnis 90/Die Grünen sei, sondern ausschließlich für die Grün-Alternative Liste antritt. Erich Püttner (UBV) wurde erst bei zweiter Nachfrage konkret, ob er im Falle einer Wahl nach wie vor Dr. Klaus Bühler um Rat fragen wolle, erntete dafür aber viele Lacher. „Es wäre unklug, auf die 25 Jahre lange Erfahrung unseres Bürgermeisters zu verzichten, der jede Vorzimmerdame in jedem Regierungsbüro kennt.“

    Puchmayr braucht Spaß

    Stefan Puchmayr (CSU) antwortete auf die Frage, warum ein gebürtiger Berliner in Kaufering Bürgermeister werden will: „Ich bin ein Mensch, der hier und da Spaß braucht, deshalb könnte das was für mich sein.“ Thomas Salzberger (SPD) musste beantworten, wo er Sparpotenzial im Dorf sehe: „Ich habe gesagt, dass wir sparen und nicht wo. Bei Baumaßnahmen muss aufgepasst werden.“ Josef Mayrock (FW), der laut Moderatoren „jahrelang in verborgenen Tiefen des Rathauses gearbeitet hat“, sieht die Stärken der Gemeinde im Rathaus: „Mitarbeiter sind das Kapital der Verwaltung – gut motiviert und gut eingesetzt sind sie unverzichtbar. Danach ging es um fünf Themen:

    Südumgehung mit LechbrückeTriebel: „Diesen Vorschlag lehne ich ab. Das Projekt können wir uns nicht leisten, vom Lärm-, Wasser- und Landschaftsschutz ganz zu schweigen. Ich würde den Schwiftinger Weg von der Tonnage her begrenzen – Lkw raus aus dem Dorf.“ Püttner: „Das können wir uns im Moment nicht leisten. 10 500 Autos pro Tag im Dorf sind zu viel. Anwohner und Dorfverein sollten sich Gedanken machen, was man für den Durchreiseverkehr unattraktiv machen kann.“ Puchmayr: „Ich bin für den Bau eines Tages. Wir sollten Gespräche mit dem Landkreis und Penzing führen, um uns die Kosten zu teilen.“ Salzberger: „Ich bin für eine zusätzliche Lechquerung und Lärmschutz mit der Bahn – aber: jetzt keine Umgehung. Kleinere Entlastung würde schon die Süd-Ost-Spange bringen.“ Mayrock: „Wir haben nur noch ein Wasserschutzgebiet und deshalb ist das für mich nicht vorstellbar. Die Bahn soll den Ostteil der Brücke entdröhnen.“

    „Schmitterbauerhof“Püttner: „Es ist ein Investor im Gespräch, der ihn sanieren will. Das ist der einzig richtige Schritt – kein Geld mehr von der Gemeinde. Wenn kein Investor kommt, werden wir um einen Abriss nicht herumkommen.“ Puchmayr: „Wenn ein Investor kommt, okay. Ansonsten bin ich für einen Abriss und eine private und wirtschaftliche Nachnutzung.“ Salzberger: „Der Brückenwirt hat Interesse, das Forsthaus zu kaufen. Dann wären Mittel da, um den Hof zu sanieren. Dann könnten der Musikverein und die Volkstanzgruppe dort einziehen.“ Mayrock: „Von der Bausubstanz ist es so schlecht, dass man es abreißen muss. Wir könnten die Verkehrssituation mit den Kurven überdenken und mal gemeinsam diskutieren.“ Triebel: „Wenn die Gemeinde den Hof nicht gekauft hätte, würden dort schon acht Reihenhäuser stehen. Es muss eine Nutzungslösung gefunden werden – ohne Geld der Gemeinde und ohne Museum.“

    Fehlender Vereinestadel Puchmayr: „Beim Neubau des Regenbogen-Kindergartens könnte man das Dach nutzen. Bei der Landrat-Müller-Hahl-Straße wären noch Kapazitäten, wo man das aufstellen könnte. Aber die Vereine müssen Eigenleistung erbringen.“ Salzberger: „Man könnte diesen Stadel am Schmitterbauer errichten – vorausgesetzt, das Forsthaus wird verkauft. Dann könnten Feste zwischen Hof und Stadel gefeiert werden, das wäre eine Belebung für den Ort.“ Mayrock: „Die Vereine haben bewiesen, dass sie anpacken können. Die Dachkonstruktion des Regenbogen-Kindergartens ist sehr flach. Man könnte sie problemlos ab- und auf neuem Fundament wieder aufbauen. Man muss mit den Vereinen abklären, wo es am sinnvollsten ist.“ Triebel: „Das ist ein Projekt, das noch nicht im Gemeinderat war. Der Bürgermeister hat der Bruderschaft und dem Musikverein die Zusage gegeben, dass das Dach in der Nähe des Ruderclubs wieder aufgebaut wird. Mit mir als Bürgermeisterin steht die Zusage weiterhin.“ Püttner: „Am Schwimmbad unten gibt es viel Platz. Für die Stadel-Versetzung ist schon Geld im Haushalt. Aber es ist eine schnelle Entscheidung nötig, da der Kindergarten neu gebaut werden muss.“

    Bebauungsplan für das DorfSalzberger: „Ich würde versuchen, die Leute zu überzeugen, dass wir keinen brauchen. Eine Ortsentwicklungssatzung hat den Charakter eines Bebauungsplans und lässt Einzelentscheidungen zu.“ Mayrock: „Ich sehe es genauso. Wir sollten das Ortsbild so erhalten, dass die Kinder die Möglichkeit haben, ihre Elternhäuser für ihre Bedürfnisse umzubauen.“ Triebel: „Es gibt die Notwendigkeit für einen partiellen Bebauungsplan für die prägenden Flächen am Brückenring und rund um die Kirche. Das soll kein Verbietungs-, sondern ein Gestaltungsplan werden.“ Püttner: „Man sollte mit dem Dorfverein und den Menschen, die hier leben, sprechen. Es geht um die Freiheit des Einzelnen und die Ansicht der Gemeinschaft, das ist jedes Mal ein individueller Prozess.“ Puchmayr: „In den nächsten Jahren werden viele Hofstellen verkauft und die Gemeinde kann nicht jedes Mal Feuerwehr spielen. Ich habe keine Lust, etwas gegen eine Mehrheit durchzusetzen. Man könnte den Bebauungsplan in mehrere Zellen aufteilen.“

    „Was habt ihr mit dem Dorf vor?“Mayrock: „Ich mache das, was ich mit euch ausgemacht habe. Ich sitze nicht allwissend im Rathaus, sondern komme raus zu euch. Es geht ums Durchdiskutieren.“ Triebel: „Im Dorf gibt es lebendiges Leben, dafür können wir Siedlungsleute euch beneiden. Vom baulichen Charakter hat es viel mit den Häusern zu tun. Die möchte ich an vielen Stellen gerne bewahren.“ Püttner: „Der Verkehr wird ein großes Thema. Es sind Probleme da, die wir gemeinsam anpacken müssen.“ Puchmayr: „So schön das Dorf ist, ich habe den Wunsch, Dorf und Siedlung zu einen. Was dem Dorf fehlt: Es gibt nur noch eine Einzelhandelsmöglichkeit.“ Salzberger: „Wir müssen was für die Verkehrsentlastung tun. Die leer stehenden Häuser sollen mit Gewerbe erfüllt werden und ein Dorfladen wäre nicht schlecht. Das Dorfleben ist toll und dieses Miteinander der Vereine muss man unterstützen.“

    Welche Fragen die Bürger den fünf Kandidaten gestellt haben, lesen Sie morgen im LT.

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