Montag, 20. November 2017

Landsberg

08. Juni 2017 13:14 Uhr

Landkreis Landsberg

Der Ammersee wird meist unterschätzt

Klaus Gattinger gibt Managementseminare auf dem Oldtimer „Sir Shackleton“. Warum Coaching auf einem Segelboot funktioniert. Von Maren Martell

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Segelschiff Sir Shackleton und Managercoach Klaus Gattinger an Bord.
Foto: Maren Martell

Nur dem Wind in den Segeln lauschen und leise über den See gleiten. Bei Sonnenuntergang vor der Alpenkulisse oder im romantischen Mondschein. An Deck der traditionellen Zweimastketsch Sir Shackleton ein einmaliges Erleben. „Wer bei uns von Bord geht, hat so ein beseeltes Lächeln auf den Lippen. Schon ein paar Stunden Segeln reichen. Das sanfte Wiegen, die Kulisse, das Wasser. Da passiert was mit den Leuten“, freut sich Klaus Gattinger. Auf seiner „Sir Shackleton“ bietet der 51-Jährige zusammen mit seinem Partner Christian Seelos Törns auf dem Ammersee an. Gebucht werden kann die „Sir“ – wie Gattinger sie liebevoll nennt – für Betriebsausflüge, Familienfeiern, Geburtstage und Meetings aller Art. Der studierte Betriebswirt und passionierte Segler veranstaltet auf dem wunderschönen Holzschiff aber auch Seminare zur Team- und Führungskräfteentwicklung.

Und so kommt der Name nicht von ungefähr. Gattinger ist großer Fan von Sir Ernest Shackleton. Als der britische Polarforscher Anfang des vergangenen Jahrhunderts bei einer Expedition im antarktischen Packeis steckenbleibt, startet er eine dramatische Rettungsaktion. Alle Expeditonsteilnehmer überleben dank Shackletons sagenhaften Führungsqualitäten das arktische Abenteuer. In der Coachingszene gilt dem Briten heute noch große Bewunderung. Für Gattinger ist die Heldengeschichte Anlass gewesen, nicht nur seinen Oldtimersegler nach diesem berühmten Wissenschaftler und Seefahrer zu benennen. Shackleton ist ihm auch Vorbild für seine Managementseminare.

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Coaching auf einem Segelboot? Training auf einem eher ruhigen Binnensee? Bringt das überhaupt was? „So ein bisschen Schiff fahren auf dem Ammersee wird meist völlig unterschätzt“, erläutert Gattinger. „Das ist ja nicht die wilde Nordsee, bekomme ich oft zu hören. Aber dann werden die Teilnehmer beim Segel setzen, Ruder steuern und oder Anlegemanövern mit Situationen konfrontiert, die sie erst begreifen müssen.“ Denn auf einem Schiff kann man nicht entweichen und das Training ist keine künstlich geschaffene Situation, sondern live und real. „Schon nach kurzer Zeit wird das Zusammenspiel im Team deutlich, mit allen Stärken und Schwächen. Und der Einzelne kommt mit sonst bewährten Verhaltensmustern sehr schnell nicht weiter. Da stoßen viele an ihre Grenzen“, betont Gattinger, der seit 1996 am Ammersee lebt und als selbstständiger Berater, Trainer und Coach Beruf und Leidenschaft verbindet. Die Idee auf Segelschiffen Seminare zu veranstalten, ist nicht neu. In den Niederlanden und an den deutschen Küsten gibt es das schon länger. „Weltweit nutzt die Marine fast überall Segler zur Basis-Ausbildung ihrer Offiziere, so in Deutschland die Gorch Fock.“

Wasser und Boote haben Gattinger schon früh fasziniert. Als kleiner Junge stellte er in der Badewanne mit Spielzeugbooten Segelszenen nach. Für seine Großmutter Grund, ihm einen Segelschein zu finanzieren. Richtig „Blut leckte“ Gattinger dann aber erst Jahre später, als er von Landsberg aus über einen Bekannten zum Segeln an den Ammersee kam. „Damals machte ich meinen Küstenschein bei der Segelschule Ernst in Utting“, berichtet der Familienvater, der heute in Riederau lebt. Schnell lernte er vor allem die sogenannten Dickschiffe lieben. Auch heute ist er regelmäßig zu Törns in Kroatien unterwegs. Nur Regatten sind seine Sache nicht, auch wenn er auf dem Ammersee schon mehrfach bei der 24-Stunden-Regatta teilnahm. „Aber da reizt es mich mehr, durch die Nacht zu segeln.“ Sein Traumziel ist Schottland, ein sehr anspruchsvolles Revier mit vielen seglerischen Herausforderungen.

Seit 2011 liegt die Sir Shackleton idyllisch unweit der Wallfahrtskirche von St. Alban an der Boje. In Norddeutschland, in der Nähe von Rendsburg hatte Gattinger das elf Meter lange Schiff entdeckt und dann in der Steinlechner Werft in Utting herrichten lassen. Ihre Geschichte ist bis 1952 zurückzuverfolgen, dann verliert sich die Spur. „Wir sind immer noch am recherchieren. Sie ähnelt in ihrem Aufbau sehr dem Lotsenschiff Nyota von dem berühmten Yachtkonstrukteur Max Oertz, der auch die vor Dießen liegende Albatros baute“, so Gattinger. Mit den Coachingseminaren und Events wird nicht zuletzt der nicht ganz billige Unterhalt des Oldtimers finanziert. Die Seminare mit zwischen sechs bis zehn Teilnehmern dauern in der Regel etwa zwei Tage – je nach Situation und Bedarf. Vorbereitung sowie anschließende Analyse und Feedback erfolgt meist an Land. Die Kunden kommen aus ganz Deutschland. An Bord waren schon Teilnehmer von großen Konzernen wie Daimler oder der Bahn. Zunehmender Beliebtheit erfreuen sich auch die mehrstündigen Törns zum reinen Vergnügen auf dem See. „Mit einem Glas Bier in der Hand, einem Happen Brotzeit und der Sonne im Gesicht kommt da ganz schnell Urlaubsstimmung auf.“

Im Internet

www.segelevent-ammersee.de www.seminarschiff-ammersee.de

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