Eresing Der Weidenkorb steht schon bereit und am vergangenen Wochenende hat die Feuerwehr Maß genommen: Bis spätestens Josefi, 19. März, soll das Heim für Meister Adebar auf dem „Altem Wirt“ in Nachbarschaft zur Ulrichskirche in Eresing fertig sein.
Storchenpate ist Maximilian Mirlach, der die vergangenen Jahre bereits Pater Theophil auch bei der Storchenbeobachtung in St. Ottilien unterstützt hat. Beraten lassen hat sich Mirlach von der Schutzgemeinschaft Ammersee, die am Ammersee-Südende langjährige Erfahrung mit Störchen hat: Clemens Krafft hatte sich die Situation in Eresing angeschaut. Rund 320 Hektar an Nahrungsgrund stehen rundum zur Verfügung, Fläche für bis zu drei Storchenpaare.
Die Tiere schauen sich nach passenden Nistmöglichkeiten um
Im Pflaumdorfer Moos sind Störche, vermutlich Jugesellentrupps, immer mal wieder unterwegs. „Sie schauen sich zuerst die Gegend an, ob sie passt, und suchen dann nach einer Nistmöglichkeit“, erzählt Mirlach. In Eresing soll potenziellen Brutvögeln nun ein künstlicher Horst auf dem Alten Wirt angeboten werden. Das Gebäude gehört der Gemeinde, die sich auch an den Kosten beteiligt. Ansonsten geben auch Vereine einen Zuschuss, wie Mirlach erzählt. „Das ganze Dorf hat Interesse dran.“ Den geflochtenen Weidenkorb hat Clemens Krafft aus Freising bereits mitgebracht, jetzt kam die Geltendorfer Feuerwehr mit einer historischen Leiter und es wurde Maß genommen für das Untergestell. „Wir hoffen, dass der Horst heuer schon besetzt wird“, sagt Mirlach.
In Eching wird es vorerst kein Storchennest geben. Im Sommer 2010 hatte die Gemeinde einem Gemeinschaftsprojekt der Landschaftspflegeverbände Fürstenfeldbruck, Dachau und Freising zugestimmt und sich auch finanziell beteiligen wollen. Geplant war ein Horst auf den Bauernhof Roming, der am Rand des Ampermooses liegt. Doch bisher wurde dies nicht umgesetzt. Rosa Kugler vom Landschaftspflegeverband Fürstenfeldbruck erläutert, dass die begrenzte Nahrungsfläche der Grund sei. Das Ampermoos umfasse 585 Hektar, es seien aber nicht alle Flächen so gepflegt, dass sie für die Nahrungssuche von Störchen geeignet sind. In Arzla wurde 2010 ein Horst auf einem Hof gebaut, der auch schon von einem Storchenpaar angenommen wurde, wie Kugler erzählt. Außerdem gebe es seit vergangenem Jahr zwei weitere Horste in Kotgeisering. Man will die Entwicklung dort abwarten, bevor ein neuer Horst in Eching gebaut wird. „Gut wäre es, wenn man noch mehr Lebensraum schaffen würde“, sagt Rosa Kugler. Beispielsweise könnte man Gräben aufweiten, an denen die Störche entlang patroullieren könnten. Wichtig sei, ein Ufer abzuflachen, sonst könnten die Tiere nicht auffliegen. „Das wäre auch gut für andere Wiesenbrüter wie Bekassine, Großen Brachvogel und Kibitz.“
Den größten Lebensraum in der Gegend finden die Störche am Ammersee-Südende: Rund 2000 Hektar an Feuchtflächen und Wirtschaftswiesen stehen zur Verfügung, wie der Vorsitzende der Schutzgemeinschaft, Reinhard Grießmeyer, sagt. 100 bis 200 Hektar brauche ein Brutpaar. Sechs Horste gibt es in Raisting, einen in Fischen und einen in Pähl. Bis auf Pähl waren 2010 alle besetzt und bei fast allen gab es einen Bruterfolg. Lang ist es nicht mehr hin, bis Meister Adebar wieder aus dem Süden kommt. „Unsere Weststörche, die nur bis Spanien ziehen, treffen ab Ende Februar ein.“