Erpftinger Bürger sind jetzt am Zug: Fragebögen werden an alle Haushalte gesandt Von Dieter Schöndorfer

Die Bürger des Landsberger Ortsteils Erpfting sind gefragt. Die Stadt möchte nämlich von ihnen wissen, wie sie ihren Ort persönlich sehen und wie sie zum Thema „Denkmalschutz“ stehen. Deshalb gehen den Haushalten in diesen Tagen Fragebögen zu. Deren Antworten fließen dann in eine Studie ein, die Bestandteil eines neuen Bebauungsplanes „Ortskern Erpfting“ sein soll.
Die Schönheit im Dorf ist ein hoher Wert, von dem in erster Linie die Bürger profitieren sollen. Mit dem Weg zum Erhalt dieser Schönheit hatten die Erpftinger in der Vergangenheit aber so ihre liebe Not. Seit 1998 steht nämlich der Ortskern unter Ensembleschutz oder genauer gesagt, Erpfting ist seit jenem Jahr als Ensemble in die Bayerische Denkmalliste eingetragen. Was die einen stolz macht, bringt für andere Einschränkungen mit sich. Vor allem dann, wenn man im geschützten Bereich baulich aktiv werden möchte. Ein großes Thema sind Fotovoltaikanlagen, die im Ensemblebereich nicht möglich sind. Da verfolgten sowohl das Landesamt für Denkmalpflege wie auch Stadtbaumeisterin Annegret Michler bislang eine restriktive Linie. Nun haben sich die Zeiten geändert, die Bayerische Regierung hat die Energiewende eingeläutet und auch in Erpfting soll das Thema Ortskerngestaltung noch einmal besprochen werden – gemeinsam, zwischen Bürgern und Verwaltung.
Deshalb haben die Erpftinger jetzt die Möglichkeit, anhand der Fragebögen deutlich festzuhalten, wie sie ihren Ort sehen, was sie dort möchten, welche Bereiche sie für besonders bedeutsam halten. So dreht sich gleich die erste von 16 Fragen um die Atmosphäre des Ortes. „Was ist für Sie das Wichtigste in Erpfting?“ steht dort zu lesen, ist es der ungehinderte Blick auf die Kirche, die Lage des Ortes, die noch vorhandene ursprüngliche Abfolge von Höfen und Hofräumen entlang der Hauptstraßen oder ist es die Gastronomie und die Gasthöfe? Andere Fragen verlangen perspektivisches Denken: „Was würden Sie in Erpfting verändern, um es noch, attraktiver zu machen?“
Was so einfach und manchmal vielleicht sogar banal klingt, soll im Ergebnis spürbare Konsequenzen bringen. Noch einmal das Thema Fotovoltaik. Architekt Christoph Maas, Fachmann für die Sanierung historischer Gebäude und erfahren im Umgang mit dem Landesamt für Denkmalpflege, könnte sich durchaus vorstellen, dass inzwischen PV-Anlagen dort möglich sein könnten, wo sie aus den Blickachsen ensemblegeschützter Bereiche herausgenommen sind.
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