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Jahrestag: Die Schuhmacher feiern

Jahrestag

Die Schuhmacher feiern

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    Feier in der Landsberger Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt.
    Feier in der Landsberger Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahrt. Foto: Foto: Fuchs

    Landsberg Nur noch fünf Mitglieder und kaum Nachwuchs, das sind die Themen, die die Landsberger Schuhmacher Innung bei ihrer Versammlung beschäftigten. Sie feierten ihren 523. Jahrtag. Für den Gottesdienst für die verstorbenen Kollegen der Schuhmacher- und Rotgerber-Innung konnte Pfarrer Bals gewonnen werden, der die Darstellungen auf dem Schuhmacher-Altar (erster Altar auf der linken Seite) in der Stadtpfarrkirche erklärte.

    Die inzwischen kleine Schar von Schuhmachern feierte zu Beginn des 523. Jahrtages einen Gottesdienst. Nach der kirchlichen Feier ging es in den Räumen der Kreishandwerkerschaft mit Regularien weiter. Neben dem Haushaltsplan standen in diesem Jahr auch wieder die Wahl des Obermeisters und der weiteren Vorstandschaft an. Für drei weitere Jahre wurde der Schuhmachermeister Johann Fuchs zum Obermeister gewählt.

    Ein Hauptthema war laut Pressemitteilung die Ausbildungssituation. In den Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg gibt es zurzeit 15 Auszubildende in den drei Ausbildungsjahrgängen. Die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen wäre zwar vorhanden, aber aufgrund der Umsätze bei den Schuhmachern, könne sich, so Johann Fuchs, keiner mehr einen Azubi leisten. Die Kosten für einen Auszubildenden wurden mit 20000 Euro pro Jahr und Azubi beziffert.

    Gürtel kürzen oder Handtaschen reparieren reiche eben nicht, um überbetriebliche Kosten zu erwirtschaften. So könne von einem wirtschaftlichen Arbeiten kaum mehr gesprochen werden, wenn man glaube, der Herstellungspreis billiger Importware müsste sich auf die Reparaturpreise übertragen lassen. Ob ein Paar Schuhe in der Herstellung zwei bis drei Euro koste oder 50 bis 100 Euro, die Reparaturarbeit bliebe die gleiche. Die Schuhmacher seien der Kostenentwicklung genauso ausgesetzt, so der Pressetext weiter, wie jeder andere.

    Streichungen bei Leistungen

    Wenn man als Konsument in Zukunft noch einen Schuhmacher in seiner näheren Umgebung haben möchte, werde man auch tiefer in die Tasche greifen müssen. Einige Jahre seien die orthopädischen Schuhzurichtungen ein weiteres Standbein des Schuhmachers gewesen. Durch die Streichungen der Kassenleistungen in diesem Bereich gebe es auch hier keine Gewinne mehr. Heinrich Pflanz, langjähriger Prüfer der Jahresrechnung, hat intensiv an einem Buch über den Wert des Schuhes und des Schuhmacherhandwerks geschrieben und seine Begegnung im Alltag mit eingebunden. Im April/Mai soll die erste Auflage erscheinen, wurde auf der Versammlung bekannt gegeben. (lt)

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