68 Ottilianer erhalten nach neunjähriger Gymnasialzeit ihr Reifezeugnis

St. Ottilien Den „Zieleinlauf“ haben die 68 hinter sich gebracht. Die letzte 13. Jahrgangsstufe ist gestern am Rhabanus-Maurus-Gymnasium in St. Ottilien verabschiedet worden. Dass man sich während dieser Zeit als „Familie“ gefühlt hatte, schilderten Lea Cloos und Sebastian Schmalzl in ihrer Abiturrede. Launig verwoben sie die Namen der Lehrer zu Wortspielen und sorgten so für Lacher im Saal. Die beiden gingen auch auf die besondere Situation als letzter G-9-Jahrgang ein. Wenig anfangen kann Schmalzl mit dem „sinnbefreiten“ Spruch aus dem Kultusministerium „Doppelt stark ins Abitur 2011“. Für ihn läuft es darauf hinaus, dass es nun doppelt schwierig sei im Studium.
Eine Bewertung dieser Reform gab es auch von Schulleiter Michael Häußinger: „Nach der Hitlerdiktatur ist erst im Jahre 1954 die Rückkehr zum neunjährigen Gymnasium erfolgt.“ Im Zeichen der Aufklärung im Zuge der 68er-Generation hätten die Reformen auch vor der Schule, vor allem der Schule des Bürgertums, dem Gymnasium, nicht haltgemacht. „Und dies war auch gut so, zumal die anfängliche Ideologie durch kluge Geister in allen Fachbereichen doch in geordnete Bahnen geleitet werden konnte.“
Die Zukunft des G8-Gymnasiums sah Häußinger skeptisch: Bildung brauche Zeit. Bedenklich sei, dass „Schüler so mit Stunden zugeschüttet werden, dass ihnen keine Zeit zum Nachdenken bleibt“. Vor allem brauche es auch Kreativität ihre Zeit. In der Kollegstufe, „die wir heute für unser Haus zu Grabe tragen“, sei Zeit für Kreativität und Bildung gewesen. (smi)
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