Gleich mehrere Jubiläen sind es, die die im großen Stil eröffnete, aktuelle Ausstellung „Rabindranath Tagore als Maler“ im Malura-Museum in Oberdießen wachsen und entstehen ließen. Seit 60 Jahren bestehen diplomatische Beziehungen zwischen Indien und Deutschland, vor 150 Jahren wurde Rabindranath Tagore, Nobelpreisträger für Literatur, im indischen Kalkutta, vor 105 Jahren Oswald Malura in Ratibor in Oberschlesien geboren. Und: Vor 80 Jahren trafen sich der indische Künstler Tagore und der junge deutsche Kunst-Meisterschüler Oswald Malura in Tagores Anwesen in Shantiniketan in Westbengalen – eine Begegnung, die den Deutschen sein Leben lang nicht mehr loslassen sollte.
Von Malura malerisch festgehaltene Eindrücke dieser Zusammenkunft und des Landes sind als Dauerausstellung im Obergeschoss des Oberdießener Museums zu sehen. Bis Ende Juli nun werden dort eine Reihe ausgewählter Bilder von Rabindranath Tagore zu sehen sein und für eine erneute „Begegnung“ der beiden Künstler sorgen. Zum hochkarätigen Publikum der zählte, begrüßt von Oswald Maluras Sohn Andrew, Sujatha Singh, die indische Botschafterin in Berlin. „Dass ich ein kleines Stück von meinem Land hier in Deutschland finde“, sagte sie in ihrem Grußwort, mit dem sie die Ausstellung offiziell eröffnete, „das ist sehr bewegend für mich.“ Zwischen Deutschland und Indien seien viele Ähnlichkeiten zu entdecken, durch die Ausstellung werde „die Verbindung zwischen den beiden Ländern weiter verstärkt“.
Der frühere bayerische Kunstminister Dr. Thomas Goppel war zuvor auf die Bedeutung des kulturellen Austausches zwischen Indien und Deutschland eingegangen. Die in der Gesamtheit der Weltgeschichte nur mikroskopisch klein wahrnehmbaren Gemeinsamkeiten zwischen Tagore und Malura seien auch anderswo vorhanden, so Goppel. Diese gelte es auszubauen und zu erweitern – die Ausstellung setze dabei einen wichtigen Akzent.
Weitere Informationen zur ausstellung in der Printausgabe des Landsberger Tagblatts.
Öffnungszeiten Samstag und Sonntag von 14 bis 18 Uhr sowie nach Vereinbarung unter 08243-3638 oder 0170-3231634 (Andrew Malura) sowie museum@malura.info