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Raumnutzung: Disharmonische Klänge

Raumnutzung

Disharmonische Klänge

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    Die achtköpfige Gruppe „Blechtett“ ist aus dem Scheuringer Trachtenheim ausgezogen. Sie probt künftig im Rathauskeller.
    Die achtköpfige Gruppe „Blechtett“ ist aus dem Scheuringer Trachtenheim ausgezogen. Sie probt künftig im Rathauskeller. Foto: Foto: Thorsten Jordan

    Scheuring „Ich finde es schade, dass die vorhandenen Räume im Trachtenheim nicht genutzt werden – das ist bei Weitem nicht ausgelastet.“ Hinter diesem Satz von Scheurings Bürgermeister Manfred Menhard in der jüngsten Gemeinderatssitzung steckt jede Menge Brisanz. Denn das Ensemble „Blechtett“ ist auf der Suche nach neuen Proberäumen, nachdem es sich vom Heimat- und Volkstrachtenverein vor die Türe gesetzt fühlt.

    Hintergrund für den nicht ganz freiwilligen Auszug des „Blechtetts“ war die Debatte um eine Betriebskostenbeteiligung. „Wir hätten dem nur zugestimmt, wenn sich auch die Trachtenkapelle beteiligt hätte“, erzählt Vorsitzender Martin Schamper. Das sei allerdings vom Trachtenverein abgelehnt worden. Da die acht Blechbläser vom „Blechtett“ sich aber weigerten, alleine die Betriebskosten zu übernehmen, seien sie schlichtweg „rausgeworfen“ worden. „Uns wurde gesagt, wenn das so ist, dann war das heute eure letzte Probe“, erzählt Schamper, wie das „Blechtett“ seinen Probenraum im Trachtenheim verloren hat.

    Die „Blechtett“-Mitglieder aus Scheuring zogen daraufhin die Konsequenzen und seien geschlossen aus der Trachtenkapelle ausgetreten. Anschließend habe man versucht, bei den Reservisten unterzukommen. Dort soll aber ein Mitglied, das ebenfalls mit den Trachtlern verbandelt ist, so viel Stimmung gegen die Bläser gemacht haben, dass sich auch diese Option zerschlagen hat. Trachtenvereinsvorsitzender Günter Reitmeier bestätigte auf Anfrage des LT die Differenzen mit den Blechbläsern, hat aber eine andere Sicht der Dinge. „Seit der Gründung konnte das ’Blechtett’ bei uns kostenlos die Räume nutzen, obwohl sie nur passive Mitglieder bei uns sind. Nun wollten wir halt, dass sie sich an Reinigungs- oder Heizkosten beteiligen.“ Von 200 Euro war die Rede. Für Reitmeier ist das „keine Unsumme, zumal man darüber noch verhandeln hätte können“. Allerdings hätte sich das „Blechtett“ stur und wenig kompromissbereit gezeigt, nachdem „ihre Forderungen nicht erfüllt wurden“. Von einem „Rauswurf“ will er daher nichts sprechen.

    Trachtenverein wollte keinen Präzedenzfall schaffen

    Angesprochen auf eine Kostenbeteiligung der Trachtenkapelle winkt der Trachtler-Vorstand ab. „Da müssen wir schon einen Unterschied machen: Die Trachtenkapelle ist zwar ein eigenständiger Verein, aber die Musiker sind alle auch aktive Mitglieder bei uns.“ Außerdem würden beide Seiten enorm voneinander profitieren. „Da geht alles bei uns Hand in Hand“, so Reitmeier. Und noch ein weiteres Argument listet der Trachtlerchef auf. „Theoretisch hätte dann jeder aus dem Trachtenverein kommen können, eine eigene Gruppe gründen und kostenlos das Vereinsheim nutzen. Da wollten wir keinen Präzedenzfall schaffen.“

    Uwe Voigt, Vorsitzender der Krieger- und Reservistenkameradschaft Scheuring, bestätigt, dass das „Blechtett“ angefragt habe, im dortigen Vereinsheim zu proben. Tatsächlich habe es deutliche, kritische Stimmen der Mitglieder dazu gegeben. „Vereinsinterna will ich aber nicht an die große Glocke hängen. Wir haben darüber geredet und dann demokratisch abgestimmt“, sagt Voigt zum Nein seines Vereines. Für das „Blechtett“ läuft unterdessen die Suche nach neuen Proberäumen. Bei der Gemeinde habe die Gruppe beantragt, im Rathauskeller beziehungsweise in der Lechrainhalle üben zu dürfen.

    Der Gemeinderat stimmte schließlich zu, die Gruppe gegen eine Pauschale von 30 Euro ins Rathaus zu lassen. (unz)

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