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Dreiklang von Kunst, Theologie und Musik

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Dreiklang von Kunst, Theologie und Musik

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    Der Bildhauer Franz Hämmerle zwischen "Menschenwürde" und "Baselitz".
    Der Bildhauer Franz Hämmerle zwischen "Menschenwürde" und "Baselitz".

    Mit dem "Jazztrio" interpretiert der Bildhauer inhaltlich das Thema der Ausstellung, denn der Jazz lebt, wie kaum eine andere Musik, aus der Improvisation. Die 238 Zentimeter hohe Skulptur ist formal ganz und gar nicht improvisiert, sondern folgt einer ausgeklügelten Komposition, die sich erst beim Umschreiten vollständig erschließt.

    Aus dem großen Pappelstamm sind drei Figuren herausgearbeitet, die sich, mit ihren Instrumenten verschmolzen, eng verzahnt um den Kern des Baumes drängen. Ohne Blickkontakt widmen sich alle drei in höchster Konzentration ihrer Musik. Der Bassist berührt mit geschlossenen Augen den Hals des Kontrabasses, während seine großen Hände sanft in die Saiten greifen. Neben ihm blüht der Trommler zu Höchstformen auf. Raffiniert sind seine schnellen und kraftvoll-konzentrierten Handbewegungen abstrakt umgesetzt. Vervollständigt wird das Trio, das sich spiralförmig aus dem Baumstamm entwickelt, von einem Pianisten.

    Das "Jazztrio" zeigt in seiner Professionalität verschiedene Aspekte des bildhauerischen Schaffens von Franz Hämmerle. Charakteristisch ist die durchdachte Komposition, die aus dem Material alles herausholt, was möglich ist. Der Bildhauer lässt Figuren durch Marmor schreiten und Steine transluzid leuchten. Seine Bronzen faszinieren durch die lebendige Modellierung der Oberflächen, und Holz kann schier jede Form annehmen. Der Bildhauer arbeitet nicht nur gegenständlich, zum Beispiel bei seinen Porträts, sondern beherrscht, je nach Themenstellung, auch alle Facetten der Abstraktion. Er möchte mit seinen Werken nicht illustrieren, sondern interpretieren, und so findet er auch zu ungegenständlichen Kompositionen.

    Baumstämme zum Klingen bringen

    Im Rahmen der Jahresausstellung des RBK in der Landsberger Säulenhalle zeigt er die Skulptur "Das innere Leuchten". Das unsichtbare Innere ist ein Thema, das ihn immer wieder beschäftigt. Ein aufgebrochener Baumstamm, innen rot gefasst, symbolisiert die Verletzbarkeit der Seele oder das Unbekannte im Inneren des Menschen. Damit einher geht die Thematik des Umschließens und Umfassens, wenn ein breiter Baumstamm weit entkernt wird und somit zur Nische oder zum Schutzmantel mutiert. Der Künstler bringt Baumstämme sogar zum Klingen, wenn sie ausgehöhlt zum sichtbaren und hörbaren "Dreiklang" werden.

    1949 in Lengenfeld geboren, studierte Franz Hämmerle zunächst Philosophie und Theologie an der Universität in München. Noch während der Ausbildung begann er ein zweites Studium bei Prof. Hans Ladner an der Münchner Kunstakademie. Neben dem Diplom erwarb er zusätzlich das Staatsexamen für Kunsterziehung. Er unterrichtet Kunst in St. Ottilien und arbeitet in Windach als freischaffender Bildhauer. Nebenbei geht er seiner anderen Passion, der Musik nach. Er spielt Kontrabass und singt im Landsberger Chor und im Münchner Madrigal-Chor.

    Neben den religiösen Darstellungen, die naturgemäß einen breiten Raum in seinem Werk einnehmen, spürt der Bildhauer in seinen Skulpturen auch politischen und gesellschaftlich relevanten Themen nach. Er nimmt dabei kein Blatt vor den Mund und zeigt offen, kritisch und mitunter auch humorvoll seine Meinung. Zugleich scheut er sich nicht, manch christliche Thematik neu zu interpretieren. Viele seiner Arbeiten sind bereits heute im öffentlichen Raum zu sehen: So schuf er zum Beispiel für die große Orgel in St. Ottilien 14 Orgelfiguren, für die Stadtbücherei Landsberg eine "Lesende" in Bronze, im Münchner Asamhof ist die 4,4 Meter hohe "Liebesharfe" zu sehen und auf der Wiese vor seinem Haus in Windach grüßt die große, abstrakte Gestalt des Moses mit den Gesetzestafeln.

    Im Internet

    www.haemmerle-tusculum.de

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