Schondorf Der Rechtsanwalt der Olympia-Gegner in Garmisch-Partenkirchen hat jetzt auch Mandanten in Schondorf: Die Grundstückseigentümer in der von der Gemeinde überplanten Flur „Mühlau“ haben ihn mit der Durchsetzung ihrer Interessen beauftragt. Sie lehnen die von der Gemeinde geplante Sport- und Freizeitnutzung ab. Stattdessen möchten sie entweder überhaupt keine Bauleitplanung oder eine solche, die ein Wohngebiet vorsieht.
Der „Mühlau“-Bebauungsplan beschäftigt den Gemeinderat seit Monaten in schöner Regelmäßigkeit. In dem derzeit laufenden Verfahren will die Gemeinde auf dem etwa sechs Hektar großen Anger in Oberschondorf unter anderem für ein Schützenheim Baurecht schaffen, daneben sind Wege, Parkplätze und Wasserrückhalteflächen. Auf den übrigen Flächen soll eine extensive Landwirtschaft weiter bestehen können. Inwieweit diese Absichten verwirklicht werden können, ist unklar.
Der Gemeinde gehört nur ein Teil der überplanten Flächen (unter anderem der Bauplatz für das Schützenheim). Andere Flächen (etwa für zusätzliche Parkplätze) sind in Privateigentum.
Einwände kamen bereits im vergangenen Jahr
Bereits bei der frühzeitigen Bürgerbeteiligung im vergangenen Jahr hatten sich die Eigentümer einer etwa ein Tagwerk großen Fläche gegen die Planungen gewehrt: Aufgrund der Nähe zur Wohnbebauung ist es nach Auffassung seiner Eigentümer naheliegend, darauf ebenso Wohnbauflächen zu entwickeln. Das Gelände in einen Bebauungsplan für ein Sport- und Freizeitgebiet einzubeziehen, führe dagegen zu Unverträglichkeiten mit der Nachbarschaft, ließen sie der Gemeinde per Rechtsanwalt übermitteln. Der Gemeinderat sah jedoch seinerzeit keinen Anlass, seine bisherigen Überlegungen zu ändern.
Öffentliche Auslegung
In der nunmehrigen öffentlichen Auslegung kamen diese Forderungen erneut auf den Tisch, allerdings nicht mehr nur für dieses eine Grundstück: Auch alle anderen privaten Grundeigentümer in der Mühlau (darunter auch Gemeinderätin Prof. Dr. Ingrid Huber-Jahn) schlossen sich dieser Forderung an. Über ihren Anwalt stellten sie zudem in Aussicht, mittels Normenkontrollantrag beim Verwaltungsgerichtshof den Bebauungsplan anzufechten, sollte die Gemeinde ihren Einwänden nicht Rechnung tragen.
Den Gemeinderat beeindruckte die Drohgebärde nicht: „Wir wollen dort halt kein Bauland haben“, meinte Bürgermeister Peter Wittmaack (SPD) lapidar – und der Gemeinderat hielt einstimmig an den bisherigen Sport- und Freizeitplanungen fest. Huber-Jahn durfte wegen persönlicher Beteiligung nicht mitstimmen.