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Porträt: Ein Abschied zum richtigen Zeitpunkt

Porträt

Ein Abschied zum richtigen Zeitpunkt

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    Die Blaskapelle Lechrain spielte am Samstag ihr letztes Frühjahrskonzert unter der Leitung von Martin Wiblishauser.
    Die Blaskapelle Lechrain spielte am Samstag ihr letztes Frühjahrskonzert unter der Leitung von Martin Wiblishauser. Foto: Ulrike Reschke

    Lengenfeld 16 Jahre lang hat Martin Wiblishauser die Blaskapelle Lechrain als Dirigent geleitet und in dieser Zeit 15 Frühjahrskonzerte dirigiert – sein letztes am vergangenen Wochenende (LT berichtete). Wiblishauser will sich beruflich weiterentwickeln und verabschiedet sich „zum richtigen Zeitpunkt“, wie er sagte. Nicht, weil es Meinungsverschiedenheiten gab, wie er in seiner Abschiedsrede betonte, sondern weil er seine Mission – eine vielseitige und sichere Gruppe aufzubauen – erfüllt sieht.

    „Als Dirigent nimmt man eine gewisse Mission auf sich“, sagte er, „und Lengenfeld ist die einzige meiner Kapellen, die am Ende der Mission angekommen ist.“ Seine neue Mission führt ihn zur Knappschafts- und Trachtenkapelle Peiting. Darüber hinaus leitet Martin Wiblishauser weiterhin die Stadtkapelle Mindelheim, den Musikverein Hausen bei Senden sowie die Musikvereinigung Senden, die dazugehörigen Jugendkapellen und unterrichtet an der Sendener Musikschule. Mit der Blaskapelle Lechrain wird er im April noch die Wertungsspiele in Pflugdorf bestreiten, bevor er den Taktstock im Landkreis dann endgültig an seinen Nachfolger weiterreicht.

    Orchester hat Repertoire im Lauf der Jahre stark verändert

    Nach dem Tod seines Vaters und des vorherigen Dirigenten Rudolf Wiblishauser hatte Martin Wiblishauser 1996 die Blaskapelle Lechrain übernommen. Sie entwickelte sich unter Wiblishauser vom Dorfmusikverein zu einem Blasorchester, das mit „Oregon“ Stücke spielt, die anfangs von den großen Starorchestern gespielt wurden – zu einer Zeit, „in der nicht daran zu denken war, dass Lengenfeld so etwas einmal spielt“, so Wiblishauser. Als junger Dirigent habe er alles aus seinem Studium ausprobieren wollen.

    Der Weg führte die Lengenfelder zunächst weg von der traditionellen Blasmusik hin zur sinfonischen, konzertanten Musik. Inzwischen haben Dirigent und Orchester ein gesundes Mittelmaß aus beidem gefunden, das auch dem Publikum gefällt. „Beide Seiten, Orchester und Dirigent, sind mit der Zeit gegangen“, sagt Wiblishauser. Die Kapelle sei musikalisch sicher und in beiden Richtungen daheim.

    Studien in ganz Europa

    Der 43-Jährige studierte Trompete in München und Augsburg, Blasorchesterleitung in Linz/Oberösterreich und während eines Auslandsjahres „Music, Theology & Worship“ in England. Musik und Lobpreis in der Tradition der evangelischen Kirche seien in diesem Studium vereint, erklärt Wiblishauser, der mit einer „evangelischen Engländerin“ verheiratet ist, wie er selbst sagt. Mit dieser hat er seit vergangener Woche nun vier Söhne und lebt in Hurlach.

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