Begegnungsstätte in der Natur in Wartaweil eingeweiht


Eine Begegnungsstätte von Menschen mit und ohne Behinderung in und mit der Natur zu schaffen – das steht im Mittelpunkt des Naturerlebnisparks auf dem 2,7 Hektar großen Außengelände des Schullandheims in Wartaweil. Feierlich weihten zahlreiche Gäste am Freitag das neu gestaltete Gelände ein. Auch viele Schulkinder, die an der Gestaltung des Projektes beteiligt waren, schwirrten durch den großen Garten.
„Doch so richtig sieht man das Besondere und Wertvolle am Projekt heute eigentlich nicht“, gestand Projektleiter Markus Blacek von der Mobilen Umweltschule Ammersee Dabei meinte er die Mitwirkung von 21 Gruppen mit 500 Kindern und Erwachsenen – Grund- und Realschulklassen, Förderklassen, Wohngruppen, Selbsthilfegruppen, Menschen mit und ohne Behinderung sowie von nah und fern. Diese haben seit 2009 ihre Ideen zum Naturerlebnispark mit eingebracht, mitgeplant, mitgedacht und mitgewerkelt. Insgesamt sind 14 Erlebnisstationen entstanden, wie ein Wasserspielplatz, eine Wiesenkullerbahn, ein Summstein, ein Barfußpfad und ein Kräutergarten.
Die Stationen können von Menschen mit und ohne Behinderung entdeckt und bespielt werden. Ein barrierefreier Zugang zu den einzelnen Spielorten sowie Tafeln, die in leichter Sprache, mit Symbolen und der Blindenschrift die Station beschreiben, machen dies möglich. „Auch Kinder ohne Behinderung können hier einmal ausprobieren, wie es ist, in einem Rollstuhl zu sitzen oder blind zu sein“, so Konstanze Riedmüller vom Vorstand des Landesverbandes für körper- und mehrfachbehinderte Menschen und ehemalige Leiterin des Schullandheimes Wartaweil. Das Miteinander gelang auch schon während der Gestaltungsphase. So arbeiteten alle nach ihren individuellen Möglichkeiten mit: Väter einer Selbsthilfegruppe errichteten eine Trockenmauer, erwachsene Schüler einer Förderschule betonierten eine Mauer, Sechstklässler einer Hauptschule montierten das Dach für eine Hörstation, behinderte und nicht behinderte Grundschüler sägten und bohrten Holz für das Insektenhotel.
Das Ergebnis begeisterte auch Dr. Angelika Schaller. „Sie haben hier deutschlandweit etwas Einzigartiges geschaffen“, lobte sie das Engagement der Beteiligten. Finanziell wurde das Projekt mit 50000 Euro durch das Landwirtschaftsministerium und das EU-Leaderprogramm.
Mehr dazu in der LT-Printausgabe
Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.|
|
Artikel kommentieren