Donnerstag, 21. September 2017

Landsberg

18. Juli 2011 12:00 Uhr

Ruethenfestkonzert

Ein Konzert mit rotem Faden

Stadtkapelle stellte ihre Stücke in einen biblischen Rahmen Von Joachim Buch

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Ein schlüssiges Konzept präsentierte die Stadtkapelle Landsberg bei ihrem Ruethenfestkonzert in der Stadtpfarrkirche.
Foto: Thorsten Jordan

Landsberg Konzertprogramme mit „rotem Faden“ sind in der Kirche schwieriger zu realisieren als im weltlichen Rahmen. Ein schlüssiges Konzept präsentierte die Stadtkapelle Landsberg bei ihrem Ruethenfestkonzert in der Stadtpfarrkirche. Dort ist es bestens gelungen, verschiedene vom ursprünglichen Charakter her nicht unbedingt geistliche Stücke in einen biblischen Kontext zu setzen. Nach einer Idee von Stadtkapellmeister Martin Heller las Stadtpfarrer Michael Zeitler dazwischen Ausschnitte aus der Schöpfungsgeschichte sowie einige Texte aus dem Neuen Testament.

Also sprach Zarathustra

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Mit einer der berühmtesten Fanfaren der Musikgeschichte ging es los: Der Beginn von „Also sprach Zarathustra“ von Richard Strauss ist mit seiner ausschließlich auf Naturtönen basierenden Melodie und seinem kräftigen Crescendo eines der besten Sinnbilder für Anfang und Ursprung. Mit archaischen Elementen und ungewöhnlichen Spieltechniken wie Body-Percussion spielt auch „Earthdance“ von Michael Sweeney (geb. 1952), das nach der Schilderung des dritten Schöpfungstags (Trennung von Wasser / Meer und Erde / Land) erklang.

Ein erster Höhepunkt des Konzerts war „Heaven’s Light“ von Steven Reineke (geb. 1970), gespielt nach der Lesung vom vierten Schöpfungstag. Das dynamisch weitgehend zurückhaltende Stück kam in der Akustik der Stadtpfarrkirche bestens zur Geltung. Direkte Bezüge zwischen dem Abschluss der Schöpfung und der danach erklingenden „Toccata for Band“ von Frank Erickson (1923-1996) lassen sich nicht herstellen. Es sei denn, man will das erfolgreichste originale Blasmusikwerk aller Zeiten in Bezug zur „Erfolgsnummer“ Erschaffung der Welt setzen.

Von der Schöpfungsgeschichte sprang man in der biblischen Chronologie etwas hin und her. Zunächst ging es ans Ende des Johannes-Evangeliums, als sich der auferstandene Jesus den Jüngern am See Tiberias zeigt. Auf den Auftrag Jesu an Petrus „Weide meine Schafe“ bezieht sich Johann Sebastian Bach in „Schafe mögen sicher weiden“ aus der Kantate 208, das in einer wie angegossenen Bearbeitung von Willy Hautvast erklang.

Das balladenhafte „Pie Jesu“ aus dem Requiem von Andrew Lloyd Webber wurde in Bezug zur Taufe Jesu im Jordan gesetzt. Parallel zur „Memorial Suite“ von Jacob de Haan, deren Spiel mit alten Formen die Musiker sehr sensibel umsetzten, ging es um eine Szene am leeren Grab Jesu und die Frage „Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten?“

Krönender Abschluss war die Vision des „Neuen Jerusalem“ aus der Offenbarung des Johannes. Was lag hier für die Stadtkapelle näher, als die „Jerusalem“-Hymne des Briten Hubert Parry (1848-1918) zu spielen. Nach diesem triumphalen Finale erklatschte sich das Publikum in der gut besetzten Stadtpfarrkirche zwei Zugaben: das „Te Deum“ von Marc Antoine Charpentier (auch bekannt als „Eurovisionsmelodie“) und eine Fantasie über „Londonderry Air“, geprägt von einem jazzigen Trompetensolo.

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