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Streetwork: Ein Regendach wäre schön

Streetwork

Ein Regendach wäre schön

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    Nach seiner Erneuerung ist der Skaterpark in Landsberg auch für BMX-Fahrer und Kickboarder ein interessanter Treffpunkt geworden. Laut Jahresbericht des Streetworkers handelt es sich dabei aber um eine relativ unproblematische Gruppe. Mehr Sorgen bereitet da schon immer wieder der Bahnhof als Treffpunkt.
    Nach seiner Erneuerung ist der Skaterpark in Landsberg auch für BMX-Fahrer und Kickboarder ein interessanter Treffpunkt geworden. Laut Jahresbericht des Streetworkers handelt es sich dabei aber um eine relativ unproblematische Gruppe. Mehr Sorgen bereitet da schon immer wieder der Bahnhof als Treffpunkt. Foto: Sibylle Seidl-Cesare

    Landsberg Der Wunsch Landsberger Jugendlicher nach legalen und vor allem überdachten Treffpunkten ist nichts Neues, aber so aktuell wie in den Jahren zuvor. Mit diesem Fazit schließt der neueste Bericht des Streetworkers Johannes Bieniek über die mobile Jugendarbeit in Landsberg.

    Der Begriff „Streetworker“ umreißt allein schon das Einsatzgebiet von Johannes Bieniek und seinem Motorrad: die Straßen und Plätze, auf denen sich Jugendliche vorzugsweise aufhalten. Logischerweise hat sich diese spezielle Arbeit durch den Umbau des Hauptplatzes etwas verändert. Johannes Bieniek: „Derzeit droht mir der Osten etwas zu entgleiten“, spielt er – nicht ganz ernsthaft – auf die weiteren Wege zwischen den beiden Stadthälften an. Allerdings, betrachtet man die nackten Zahlen, ist zu verstehen, was der Jugendarbeiter zwischen April 2011 und März hinter sich gebracht hat: insgesamt 12720 Einzelkontakte. Das sind 650 mehr als im Jahr zuvor, im Durchschnitt 276 pro Arbeitswoche und 55 pro Arbeitstag. Johannes Bieniek: „Das sagt allerdings wenig über die tatsächliche Qualität der Kontakte aus.“ So werde alles erfasst, von einem mehrstündigen Gespräch bis zu einem Gruß im Vorübergehen.

    Sprunghafte Entwicklung zu einem umstrittenen Treffpunkt

    Dabei hat der Streetworker eine Tendenz festgestellt – weg von festen Cliquen hin zu immer größeren Ansammlungen. Wie zum Beispiel in der Katharinenvorstadt. Auf dem dortigen Revierspielplatz hatte sich seit Frühsommer vergangenen Jahres sprunghaft ein Treffpunkt für Jugendliche (13 bis 18 Jahre) entwickelt. Im Juni seien es noch zwölf bis 15 Personen gewesen, im August bereits bis zu 40 Kids. Begleiterscheinungen auf dem Spielplatz: Müll, Lärm, Alkohol, Tabak und sporadisch auch andere, unerlaubte Mittel. Schnell, so Bieniek, gab es Konflikte mit Anwohnern. Im Winter sei dann der Rückzug der jugendlichen in Richtung Bahnhof erfolgt. Ein weiterer neuer Standort wurde ebenfalls gefunden – ein Platz an der Kreuzung der Schongauer Straße zwischen Bahn und B 17 alt. Mit den Stadtwerken stehe man bereits in Kontakt über die künftige Verwendung des alten Betriebshäuschens dort. Allerdings habe Bieniek noch keine Antwort bekommen. Seit etwa zweieinhalb Jahren sei der Bahnhof zu einem zentralen Treffpunkt der Jugendlichen zwischen 13 und 23 Jahren geworden – mit allen positiven wie auch negativen Begleiterscheinungen. Die Gründe, so Bieniek seien klar: Zentrale Lage, gute Verkehrsanbindung, Versorgung ist gewährleistet (Kiosk, Lebensmittelmarkt), man ist sofort da und „im Zweifelsfall auch wieder schnell weg“. Die aktuelle Entwicklung sei aber bemerkenswert: „Seit Ostern ist das Bahnhofsumfeld nahezu verwaist.“ Nur noch sporadisch treten kleine Grüppchen in Erscheinung. Auf Fragen nach Gründen des Rückzugs würden die Jugendlichen das restriktive Verhalten des Bahnhofpächters angeben, aber auch eigenes „Lustverhalten“.

    Was die einzelnen Szenen angehe, seien die Skater eine eher unprätentiöse Gruppe, der öffentliche Konsum von Cannabis sei etwas zurückgegangen. Die Punkszene habe sich erheblich „entzerrt und dezimiert“ und trete kaum noch in Erscheinung. Das Gleiche gelte für die Rechte Szene, die sich nach Eindrücken Bienieks, zumindest auf der Straße, sehr bedeckt halte. Allerdings scheinen fremdenfeindliche Einstellungen immer mehr im bürgerlichen Lager der Jugendlichen Einzug zu halten, rechte Witze machten die Runde, was in den meisten Fällen zwar nicht politisch motiviert, aber dennoch gefährlich sei, da sie sich „in den Köpfen festsetzen“.

    Nachmittagsunterricht schränkt Angebot weiter ein

    Es stehe den Jugendlichen im Stadtgebiet nach wie vor zu wenig Raum zur Verfügung. Neben Sport- und Bolzplätzen bleibe an kostenfreien Angeboten lediglich noch das Jugendzentrum. Problematisch dabei sei auch der zunehmende Nachmittagsunterricht an den Schulen. So habe er festgestellt, dass zum Beispiel der Beachvolleyballplatz beim IKG häufig bis 17 Uhr von der Schule beansprucht werde.

    An vorhandenen Aufenthaltsplätzen fehlten außerdem in vielen Fällen Schattenspender und Regendächer, wobei mit „verhältnismäßig geringen Mitteln, so Johannes Bieniek, viel zu erreichen wäre.

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