Mittwoch, 13. Dezember 2017

Landsberg

30. November 2011 17:38 Uhr

Kunstaktion

Ein Spiel mit Abstraktion und Kontrasten

„Verwachsene Welt“ ist Jan Davidoffs Beitrag zu BMW-Adventskalender. Arbeit wird am 15. Dezember am Lenbachplatz enthüllt. Maler lebt in München und Utting

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München/Utting Bei Jan Davidoff ersetzen Kamera und PC den Skizzenblock. Für den 34-jährigen Künstler hat der Fotoapparat „das bessere Bildgedächtnis“. Tausende von Fotos hat er gemacht und schöpft aus diesem Reservoir die Komposition seiner Bilder, die Landschaften oder Stadtszenen aus New York, Peking oder vom nahen Ammersee collagenhaft verfremdet wiedergeben – mal in Schwarz- und Grautönen oder in dunklen Silhouetten vor einem Hintergrund in kräftigen Farben. „Die Vorarbeit am Computer wird in Malerei übersetzt“, erzählt Davidoff. Eines seiner Werke ist Teil des BMW-Kunstadventskalenders.

Davidoff hat die Walddorfschule in Schondorf besucht und einen Teil seiner Kindheit am Ammersee verbracht. Momentan lebt er in München, hat eine Wochenendwohnung in Utting und begibt sich dort auch auf Streifzüge mit der Kamera. So findet dann ein Motiv aus dem Tal des Lebens den Weg in eine New Yorker Ausstellung.

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Auch Metallplatten bilden den Untergrund.

Davidoff versteht sich als figürlicher Maler, der mit abstrakten Elementen spielt. „Ich habe eine Vorliebe für die grafische Sprache, die aus dem Druck kommt.“ Kontraste bestimmen die Bilder. Der Künstler fand über die Architektur zur Malerei, er besuchte die Fachoberschule für Gestaltung in München bevor der an der Akademie der Bildenden Künste bei Professor Günther Förg studierte. Der Maler arbeitet auf Leinwand, nutzt aber auch Metallplatten als Untergrund, bearbeitet sie mit der Flex, wodurch eine dreidimensionale Wirkung entsteht. Davidoff beteiligt sich mit dem Gemälde „Verwachsene Welt“ (Mischtechnik, 2.80 auf 1.90 Meter), an der BMW-Aktion. Angekauft wird es von der Firma Marco Polo. Die Verantwortlichen hatten das Bild in einer Ausstellung im Frühjahr entdeckt, wie Davidoff erzählt.

Es stammt aus einem Zyklus, der sich mit Bauhaus-Bauten in Tel Aviv beschäftigt. „Es ist eine beeindruckende Architektur, die leider immer mehr verwittert“, sagt Davidoff. So löst er die Konturen des Gebäudes zum oberen und unteren Bildrand hin auf, was an ein unvollständig entwickeltes Foto erinnert, lässt wurzelartige Verästelungen über das Haus und den leuchtend roten Untergrund wuchern. Entwurzelt sei dieses Haus, so Davidoffs Empfinden. Der Künstler sieht sich als stiller Beobachter gesellschaftlicher Prozesse, ohne eine konkrete politische Aussage treffen zu wollen.

Davidoff hat sich in der internationalen Kunstszene bereits einen Namen gemacht. Er hat neben dem Studium zehn Jahre für eine Galerie gearbeitet, war auf internationalen Messen und hatte so einen Einblick in den Kunstmarkt bekommen. „Ich habe beide Seiten kennengelernt und hatte keine Berührungsängste.“

In der BMW-Aktion ist Hannes Jaenicke, der auch am Ammersee wohnt, Davidoffs Pate. Der Schauspieler arbeitete selbst an einem weiteren Werk Davidoffs für die Kunstaktion mit, er flexte die Metallplatte und grundierte Flächen mit schwarzer Farbe.

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Schlagworte

München | Ammersee | New York | Peking | Tel Aviv

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Ein Artikel von
Stephanie Millonig

Landsberger Tagblatt
Ressort: Lokalnachrichten Ammersee


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