Preisgericht hat einen Favoriten für Brücke über den Lech beim Mutterturm Von Thomas Wunder

Landsberg Jahrhundertelang wurden Holz und andere Waren mit dem Floß auf dem Lech transportiert. Heute erinnert daran nur noch wenig. Der neue Steg über den Lech, der vom Inselbad zum Mutterturm führen soll, könnte der Geschichte der Flößerei Rechnung tragen. Denn der Vorschlag eines Ingenieurbüros aus Stuttgart sieht ein Bauwerk aus Holz vor. Der Entwurf ist der Favorit des Preisgerichts, das vor Kurzem in Landsberg tagte. Im Mai soll der Stadtrat entscheiden, welcher Entwurf verwirklicht wird.
Die Anforderungen, die an den neuen Steg gestellt werden sind laut Oberbürgermeister Ingo Lehmann sehr hoch. Identitätsstiftend soll er sein und zudem den sensiblen Bereich mit Mutterturm, Lechufer und Inselbad verbinden, für Fußgänger und Radfahrer soll er barrierefrei passierbar sein und das Material einen Bezug zu Landsberg haben. Darüber hinaus dürfen die Kosten 1,2 Millionen Euro nicht überschreiten. Bislang liegt der favorisierte Entwurf noch weit darunter bei 960000 Euro.
Peter Brückner, einer der Fachpreisrichter und Mitglied des Gestaltungsbeirats der Stadt, spricht von einer spannenden Arbeit im Preisgericht. Bei den ausgewählten Vorschlägen seien viele verschiedene Stile dabei gewesen: Stahlkonstruktionen, eine Hängebrücke und überdachte Stege. Noch verbesserungswürdig und ausbaufähig ist nach Meinung von Ingo Lehmann dagegen die Lösung der Wegebeziehungen unterhalb des Mutterturms. Dort habe jeder Entwurf Schwächen gezeigt, der Schwerpunkt wurde auf den Verlauf des Steges gelegt.
Der siegreiche Vorschlag sieht einen Knick vor. Vom Mutterturm aus führt der Steg geradewegs über den Lech, um nach etwa zwei Dritteln Länge gen Norden zu schwenken. An dieser Stelle, über dem einzigen Träger im Fluss, sollen Stufen angelegt werden, die zum Verweilen einladen. Der Blick der Rastenden ist dort nach Süden gerichtet, direkt auf das Lechwehr und die Altstadt. Dieses Detail habe das Preisgericht neben der Verwendung von Holz überzeugt, sagt Peter Brückner.
Steg ruht auf zwei Stützen
„Holz als Werkstoff passt zu Landsberg“, sagt Ingo Lehmann. Vorgesehen ist laut Entwurf, Brettschichtholz aus Fichte als Material zu verwenden. Der Belag, über den Fußgänger und Radfahrer von einem zum anderen Ufer gelangen, besteht aus Gussasphalt. Der Weg ist, wie im Wettbewerb vorgegeben, 3,50 Meter breit. Der Steg ruht auf einer Trägerstütze im Lech sowie einer gespreizten Stütze am westlichen Ufer beim Mutterturm.
Das Preisgericht hofft, dass der siegreiche Vorschlag nicht nur zum Passieren, sondern auch zum Verweilen einlädt. Ab Anfang nächster Woche sollen sich auch die Bürger ein Bild von den Entwürfen machen, die das Preisgericht zu bewerten hatte. Im Bürgerbüro sollen die Pläne ausgestellt werden. Im Stadtrat werden die Entwürfe Mitte Mai vorgestellt, und auch entschieden werden, welcher zum Zug kommt. Bis dahin sollen laut Ingo Lehmann auch Lösungen für Wegebeziehungen erarbeitet werden.
Im Frühjahr des nächsten Jahres könnte nach Genehmigung, Detailplanung, Ausschreibung und Vergabe mit den Arbeiten begonnen werden. Der Steg über den Lech könnte dann ein weiterer Mosaikstein sein, für ein neues Wegesystem zwischen Lechwehr und Mutterturm.
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