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Kirche: Ein kleiner Mann, der Großes bewirken will

Kirche

Ein kleiner Mann, der Großes bewirken will

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    Freundschaftlich verbundene Priester: Horst Borchert (Mitte) und Don Marjan.
    Freundschaftlich verbundene Priester: Horst Borchert (Mitte) und Don Marjan. Foto: Ulrike Reschke

    Im Kirchlich-gemeindlichen Zentrum in Pürgen hat der aus dem Kosovo stammende katholische Pfarrer Don Marjan Uka seine Missionstätigkeit im Kosovo vorgestellt. Er baut, derzeit vom Bischofssitz in Pristina aus, eine katholische Pfarrei auf, die bei einer Fläche von 100 Quadratkilometern fünf politische Gemeinden und 200000 Menschen umfasst. Pfarrer Horst Borchert hatte Don Marjan für eine Woche in die Pfarreiengemeinschaft Stoffen eingeladen. „Wir Katholiken haben eine versöhnende Rolle zu spielen zwischen den Orthodoxen und den Muslimen“, sagte er über die Rolle der Kirche im Kosovo.

    Unter der Federführung von Reiner Schwarzer aus Stoffen soll ein eingetragener Verein „Prokos Landsberg“ gegründet werden. Dessen Ziel ist es, Geld- und Sachspenden für Don Marjans Pfarrei zu sammeln. „Wir müssen diese musterhafte Aktion der Selbsthilfe unterstützen“, rief Schwarzer die Zuhörer auf. Erste Interessenten für eine Gründungsversammlung trugen sich am Vortragsabend bereits in eine Liste ein.

    Seine seelsorgliche Arbeit sei sehr zeitintensiv, sagte Don Marjan. In Bildern stellte er seine künftige, weitläufige Pfarrei und einige Gläubige vor, die er bereits taufen konnte. „Sie sind sehr scharf auf den christlichen Glauben, weil das ihre früheren Wurzeln sind“, wies Don Marjan auf die Zwangsislamisierung vor rund 500 Jahren im damaligen Dardanien hin. Viele Menschen seien bis heute „kryptokatholisch“, hätten Gottesdienst im Verborgenen gefeiert und ihren Glauben heimlich ausgeübt. Viele betrachten sich als ungetaufte Katholiken.

    Mit der Missionierung rennt Don Marjan bei vielen, meist hoch Gebildeten, offene Türen ein. „Taufen ist kein Tabuthema, jeder Dritte will katholisch werden.“ In der Schule in Berisha darf er bereits Religionsunterricht halten. Ein Problem ist aber die ländliche Struktur des Gebiets rund 50 Kilometer von Pristina entfernt. Zunächst soll ein Pfarrzentrum mit Wohnungen für Don Marjan und zwei Ordensschwestern entstehen, eine große Kirche sowie ein Friedhof. Ein Grundstück konnte bereits erworben werden, rund 130000 Euro werden zunächst für den Bau des Pfarrzentrums benötigt.

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