Landsberg Der Lechsteg, der Inselbad und Mutterturm miteinander verbinden wird, soll die erste barrierefreie und autofreie Brücke in Landsberg sein. Ein Bürgerbegehren der Unabhängigen Bürgervereinigung (UBV) will das Projekt an dieser Stelle aber verhindern (LT berichtete). Die Vereinigung befürchtet, dass Teile des Inselbads und des Parks am Mutterturm zerstört werden. UBV-Stadträtin Martha Borgmann distanziert sich von der Aktion ihrer Gruppierung: „Ich habe für den Lechsteg gestimmt.“
Oberbürgermeister Ingo Lehmann (SPD) bezeichnet in einer Pressekonferenz die Aussagen der UBV zum Lechsteg als „unrichtig und als Unsinn“. Besonders verärgert zeigt sich der Oberbürgermeister über den von UBV-Gründungsmitglied Erich Schmid erhobenen Vorwurf, man wolle auf lange Sicht das Inselbad schließen. „Das ist ungeheuerlich und bösartig.“ Lehmann und Bürgermeister Norbert Kreuzer (CSU) fassen dies „als persönliche Beleidigung“ auf. „An einen solchen Eingriff ins Inselbad wurde nie gedacht“, so Lehmann. Er will das Thema Lechstrand („hier geht es um Haftungsrecht“) losgelöst von den Planungen zum Lechsteg sehen. „Der Weg zwischen Lechsteg und Flößerplatz ist eine Idee, es gibt keine Beschlüsse. Lechstrand und Lechsteg haben nichts miteinander zu tun“, so Lehmann. Der OB erläuterte die Planungen, „die allen Stadträten – auch der UBV – bekannt waren, um einige Sachen gerade zu rücken“. Ihm sei es unverständlich, wie man gegen eine Brücke anrennen könne, die die beiden Seiten der Stadt miteinander verbinde. Auch den Zeitpunkt kritisiert der OB. „Wir haben Wettbewerbe ausgeschrieben und Geld ausgegeben, alles wurde im Stadtrat besprochen und jetzt erst kommt die Kritik.“
Keine Zerstörung geplant
„Der Steg ist eine neue Achse in der Stadt und äußerst wichtig, er soll die Touristen auf die andere Seite locken“, sagt Stadtbaumeisterin Annegret Michler. So kämen mehr Leute in den Park. Auch die Planungen rund um die Pflugfabrik seien Gründe, warum man den neuen Steg dringend brauche. Irgendwann werde auch dieser Bereich überplant, dann sei der Steg schon mal genau an der richtigen Stelle.
„Dieser Steg bedeutet eine Aufwertung für Inselbad und Mutterturm, von Zerstörung kann keine Rede sein“, sagen Kreuzer und Lehmann. Der Steg schlage auf der Inselbadseite ebenerdig auf, ein Weg gehe in Richtung Alte Turnhalle und berühre das Bad nur am Rand. Lediglich ein vier Meter breiter Streifen am Rand sei betroffen. „Das sind die Unterlagen, die das Preisgericht hatte, alles andere ist schlichtweg erfunden“, sagt Lehmann.
Es sei zudem falsch, dass man den Badegästen vom Steg oder Weg aus auf den Bauch schauen könne. „Reiner Unsinn.“ Das Inselbad, so Lehmann, profitiere vom neuen Steg für Fußgänger und Radler, es sei viel leichter zu erreichen.
In einer Präsentation will Lehmann im nächsten Jahr die Planungen für den Park am Mutterturm vorstellen. Es werde in enger Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalschutz und dem Stadtheimatpfleger gearbeitet. Die dortigen Brücken kommen zwar weg, werden aber durch neue ersetzt. Landschaftsarchitektin Pia Becker vom Tiefbauamt studiert gerade die alten Pläne Hubert von Herkomers. „Seitdem hat sich viel geändert, wo jetzt Parkplätze sind, war früher Grünfläche.“ „Mit den Veränderungen kommen wir wieder viel mehr in die Nähe von Herkomers Planungen“, so Becker.
Auch mal bis zum Sportzentrum
„An diesem Steg hängt viel mehr dran als nur ein Weg für die Schüler zum Busbahnhof“, sagt Lehmann. Der Fuß- und Radweg für die Schüler gehe beim Mutterturm in Richtung Landratsamt und von dort bis zum Busbahnhof. Das sei zwar der Auslöser, aber nicht der eigentliche Grund für den Steg gewesen. Man wolle eine generell neue Verbindung schaffen, vielleicht, wenn man sich mit Bahn und Pöttinger einige, auch mal bis zum Sportzentrum. „So könnten wir alle drei Barrieren die Bahn, die Pflugfabrik und auch den Lech überwinden“, sagt Lehmann abschließend.