Man hat kein gutes Gefühl, wenn man den Theatersaal verlässt. Eher eine Last auf der Brust – fast wie von einem Zementblock. So lebensnah kam die Landsberger Inszenierung „Der Zementgarten“ nach einem Roman von Ian Mc Ewan rüber. Da bleibt kaum Raum für Hoffnung. Gezeigt wird die sehr fragile, selbstzerstörerische und fragwürdige Welt von vier minderjährigen Kindern in einer trostlosen Vorortsiedlung. Sie leben in einem Haus ohne Vater und Mutter. Erinnerungen sind ihnen geblieben. Freudlose Gedanken an den Vater, der kein Grün im Garten wollte und alles bebeherrschen musste, traurige, an die Mutter, die an Krebs starb. Die Kinder verstecken ihre Leiche, um nicht voneinander getrennt zu werden, sie sind ganz auf sich gestellt. Zusammenbleiben ist das wichtigstes Ziel.
Die Inszenierung von Konstantin Moreth zeigt diese tragische Situation mit bedrückender Deutlichkeit, denn es sind Jugendliche und Kinder, die hier auf der Bühne stehen. Der Schauspieler und Regisseur greift im Stadttheater mit der Moreth Company schon zum zweiten Mal junge Themen auf, die er auch nach Möglichkeit im Originalalter besetzt. So standen am Wochenende bei zwei Aufführungen Laien auf der Bühne, die von Anfang an mit großer Überzeugung spielten und gerade durch ihre Jugend, dem Zuschauer ihre bleierne Hilflosigkeit deutlich machten. Mehr dazu lesen Sie in der Printausgabe des LT.