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Präsentation: Eine Reise in die Zukunft

Präsentation

Eine Reise in die Zukunft

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    Das Ensemble für alte Musik Landsberg umrahmte die Veranstaltung.
    Das Ensemble für alte Musik Landsberg umrahmte die Veranstaltung.

    Landsberg Wie sehen die Bewohner der Stadt das heutige Landsberg in 850 Jahren? Den gedanklichen Ausflug in das Jahr 2862 unternahm Professor Ferdinand Kramer, als Festredner bei der Präsentation der neuen Landsberger Geschichtsblätter. Doch in erster Linie blickte der Ordinarius für Bayerische Geschichte und Vergleichende Landesgeschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München, zurück. Zurück auf 850 wechselvolle Jahre in der Geschichte der Stadt.

    Zwölf Menschenleben seien es bis ins Jahr 2862, Landsberg bis dahin längst ein Stadtteil Münchens und nur wenige der historischen Gebäude in der Altstadt erhalten. Sieht so die Zukunft aus? Vielleicht. Für die Landsberger des Jahres 1162, dem Jahr der ersten urkundlichen Erwähnung der Stadt, war der Blick in die Zukunft ein anderer. Werden die Äcker und Felder ausreichend Ernte bringen? Wie steht es um das Seelenheil des Einzelnen?

    Verlegung der Salzstraße

    Ferdinand Kramer spannte den Bogen vom Gestern ins Heute und tat interessante Parallelen auf. Heute wie gestern lebe die Stadt am Lech von ihrer verkehrsgünstigen Lage: einst durch die Verlegung der Salzstraße, in jüngster Zeit durch den Ausbau der A96 und der B17. Vor gut 850 Jahren und auch heute hat Landsberg eine zentrale Funktion für das unmittelbare Umland. Heinrich von Stoffen war in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts der „erste Landrat“, die Stadt Verwaltungs- und Amtssitz. Im Jetzt seien Landratsamt, Finanzamt und Amtsgericht quasi die Nachfolger.

    Noch eine Parallele, die Ferdinand Kramer präsentierte: das Wachstum der Stadt. Ein erstes im Spätmittelalter, ein zweites mit der Gebietsreform 1972. Während sich in frühen Jahren Landsberger Bürger in den Dörfern des Umlandes Besitz erkauften, seien Pitzling und Reisch eher politisch „gezwungen“ Stadtteile worden. Genauso wie sich mancher wundern wird, dass Landsberg um das Jahr 1500 die fünftgrößte Stadt Bayerns war, so werden sich die Zeitgenossen im Jahr 2862 fragen, wie zuletzt in nicht mal einem Jahrhundert die Bevölkerung der Stadt um das Vierfache ansteigen konnte.

    Wie wird der Historiker des Jahres 2862 über das heutige Landsberg urteilen? „Er wird sagen, dass die Stadt an ihrer Identität gearbeitet hat“, sagt Ferdinand Kramer. Oberbürgermeister Ingo Lehmann wird ihm Recht geben. Zur Identität der Stadt gehört für ihn auch die Kultur. Mit ihr müsse man sich in Landsberg mehr beschäftigen. Ein breites Angebot sei wichtig für die Identität und dass sich die Menschen wohl fühlen. Die Arbeit des Historischen Vereins reihe sich dabei ein.

    Mit der neuesten Ausgabe der Geschichtsblätter setzt der Historische Verein eine lange Tradition fort, sagte dessen Vorsitzende Sigrid Knollmüller. Sie sind gleichzeitig Festschrift unter dem Motto „850 Jahre Landsberg am Lech“. Und so spannen die Autoren, die meisten Mitglieder des Vereins, einen Bogen von den Anfängen bis zur Gegenwart der Stadt. Und so finden sich im aktuellen Jahrgang ausschließlich Landsberger Themen. Sie beginnen zeitlich mit einem Aufsatz über die Anfänge Landsbergs und enden mit einem Bericht über die Sanierung der spätmittelalterlichen Helfensteingasse im Jahr 2011. (wu)

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