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Malediva: Einfach hässlich zurückschenken

Malediva

Einfach hässlich zurückschenken

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    Lo Malinke (rechts) muss das Weihnachtsgedicht von Tetta Müller vorlesen. Natürlich auf maledivisch.
    Lo Malinke (rechts) muss das Weihnachtsgedicht von Tetta Müller vorlesen. Natürlich auf maledivisch. Foto: Foto: Julian Leitenstorfer

    Landsberg Ärgern Sie sich auch immer über geschmacklose Weihnachtsgeschenke, die so gar nicht zu Ihnen passen wollen? Die beiden von Malediva (Lo Malinke und Tetta Müller) haben keine Probleme mehr damit, denn sie schenken „einfach hässlich zurück“. „Das hilft, manche kommen dann erst gar nicht mehr zu Weihnachten vorbei“, freuen sie sich, um gleich darauf doch in Melancholie zu verfallen. Denn das gemeinsame „dann sind wir Weihnachten alleine“ klingt schon gar nicht mehr so fröhlich. Diese Sprunghaftigkeit der beiden Künstler macht die Abende mit Malediva so einzigartig und so heiter-besinnlich.

    Ihr Weihnachtsprogramm im Landsberger Stadttheater unter dem Motto „Lebkuchen“ ist eine bunte Mischung mit selbst geschriebenen Gedichten von Tetta Müller, einer ganz besonderen Weihnachtsgeschichte, Lo Malinkes Witzen und der Erkenntnis, dass man im nächsten Jahr Weihnachten mal nicht bei den Eltern verbringt. Auch wenn Mutti dann zwar „nicht wütend, aber doch sehr enttäuscht ist“.

    Im Pyjama auf dem heimischen Sofa

    Die beiden streiten und lieben sich, auf sehr humorvolle Weise auf dem improvisierten Schlitten mit Nebelmaschine (hier musste der Landsberger Techniker leiden, der zu wenig Dampf lieferte) oder zu Hause im Pyjama auf dem Sofa. Am Klavier werden sie von Florian Ludewig begleitet, der alle Lieder der beiden schrieb.

    Das Weihnachtsprogramm macht eingefleischten Weihnachtsfans wie -muffeln wirklich gute Laune, etwa mit philosophischen Betrachtungen über alltägliche Dinge. „Unser Baum ist hässlich? Sagen wir lieber, er ist günstig!“, sagt Lo zur Kritik am Baum seiner Familie. Doch an diesem Weihnachtsabend hat er es nie so wirklich leicht, denn er wird ständig mit den selbst gemachten Geschenken von Tetta konfrontiert. Da kann man auch als Zuschauer den Wunsch verstehen, im nächsten Jahr keine vollgeschriebene Klopapierrolle mehr vorlesen zu müssen.

    So richtig weihnachtlich wird das Ganze aber dann doch noch, spätestens dann, wenn sie das Publikum mit der Nacherzählung des Märchenklassikers (in der tschechischen Verfilmung) „Drei Nüsse für Aschenbrödel“ in Kindheitserinnerung schwelgen lassen. Dabei geht es nicht so sehr ums Märchen selbst, als vielmehr um die Fragen, wie die beim Film es geschafft haben, drei vollständige Ausgehoutfits mit Schuhen in die kleinen Nüsse zu kriegen... Und natürlich darum, dass der Prinz in seinen engen Strumpfhosen die beiden ein wenig von der Handlung abgelenkt hat. Doch was soll’s, spätestens als die ersten Klänge der Filmmusik erklingen, ist man wieder voll romantisch. Maledivisch besser gesagt!

    Jede Minute zählt siebenfach

    Was das bedeutet? Weihnachten mit den Eltern ist wie Weihnachten mit Hunden, jede Minute zählt siebenfach, das Lied „O Tannenbaum“ endet als Samba, der Schnee fällt nicht vom Himmel, sondern aus kleinen weißen Briefen und die Hamster fliegen (Verzeihung die Handschuhe natürlich!) durch die Gegend. So macht Weihnachten wirklich Spaß, und die beiden beweisen auf ihre unnachahmlich stichelnde Art, dass sie auch in der stressigen Weihnachtszeit ein einfach wunderbares Paar sind, bei dem man all den Beziehungszoff mit Lachtränen genießen kann, der einem im eigenen Leben den Alltag nicht gerade versüßt. Er kann – wenn er so gekonnt und wunderbar spielerisch vorgetragen wird – auch das Salz in der Suppe sein.

    Bereichert wird dieser tolle Abend noch durch den hervorragenden Musiker Florian Ludewig und seine eingängigen Kompositionen. Er schafft es, dass die Lieder gleichzeitig wunderschön sind und doch nie oberflächlich klingen. Sie machen nachdenklich oder regen auf intelligente Weise zum Lachen an. Ein sehr gelungener vorweihnachtlicher Abend mit einer tollen Stimmung im Stadttheater.

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