Der Eresinger Gemeinderat hat am Mittwochabend mit 9:3 Stimmen beschlossen, auf Windacher Gemeindegebiet im Burgleitenwald eine Versuchsbohrung für einen neuen Trinkwasserbrunnen vorzunehmen. Die Entscheidung fiel mit 9:3 Stimmen.
Dabei geht es laut Tagesordnung um die „Sicherung der Trinkwasserversorgung Eresing“. Eine Rolle spielt bei dem Thema aber auch die Frage, wo künftig im Westen und Süden von Eresing eine Umgehungsstraße gebaut werden könnte. Eine Trasse hierfür soll in den künftigen Flächennutzungsplan aufgenommen werden. Beschlusslage ist derzeit, eine Umfahrung von der Geltendorfer bis zur Windacher Straße vorzusehen. Der südliche Teil würde aber das Einzugsgebiet des derzeitigen Trinkwasserbrunnens berühren. Das wäre wiederum nur möglich, wenn andernorts ein neuer Brunnen gebaut werden würde, erklärte Bürgermeister Josef Loy mit Verweis auf die Haltung des Wasserwirtschaftsamts. Mit einer neuen, leistungsfähigeren Trinkwasserversorgung könnte überdies auch ein Verbund mit Windach herbeigeführt werden, so die weitere Überlegung.
Solche Verbünde werden den Gemeinden vom Wasserwirtschaftsamt nahegelegt, um für Notfälle, etwa bei Verkeimungen oder technischen Problemen, die Versorgung sicherzustellen. Dies sei eine Empfehlung, Zwang werde nicht ausgeübt, erläuterte dazu die stellvertretende Leiterin des Wasserwirtschaftsamts Weilheim, Dora Schulze, auf Nachfrage.
Zu diesem Thema, berichtete der Rathauschef in der Sitzung, habe es jüngst eine Zusammenkunft mit dem Windacher Gemeinderat, Vertretern von Ingenieurbüro und Wasserwirtschaftsamt sowie dem Eigentümer des Burgleitenwaldes gegeben. Die Windacher Seite blieb dabei freilich unverbindlich, wie Bürgermeister Walter Graf bestätigt: „Wir gehen davon aus, dass das Interesse für eine Versuchsbohrung in Eresing liegt.“
Eine finanzielle Beteiligung Windachs an den voraussichtlichen 30000 Euro Kosten für eine Versuchsbohrung sei nicht vorgesehen. Der Bohrung an sich werde man aber wohl zustimmen. Ob daraus irgendwann ein gemeinsames Wasserversorgungsprojekt werden kann, ist für Graf offen.
Der Entscheidung ging eine kontroverse Debatte voraus, mehr dazu wird in der Print-Ausgabe des Landsberger Tagblatts berichtet.