Eresing Bevor die Frage nach der geeignetsten Trasse für eine Umgehungsstraße weiter erörtert wird, geht es in Eresing jetzt erst einmal um die Frage, wohin der Trinkwasserbrunnen verlegt werden soll. Das Mitte der 1970er-Jahre errichtete Wasserwerk befindet sich nämlich in unmittelbarer Nähe des südlichen Abschnitts einer möglichen Umfahrung.
Die zunächst für 12. Januar angedachte Bürgerversammlung, auf der eine weitere Umgehungsstraßenvariante hätte präsentiert werden sollen, wurde abgeblasen. Am Mittwoch, 18. Januar, steht in der Gemeinderatssitzung stattdessen eine Machbarkeitsstudie zur Brunnenverlegung auf der Tagesordnung.
Neue Variante gestaltet
Drei wesentliche Hindernisse begegneten den ursprünglichen Überlegungen für eine neue Straße zwischen Schöffeldinger und Windacher Straße. Auf die Ablehnung der Gemeinde Windach, die Eresinger Umfahrung teilweise auf Windacher Flur zu führen, reagierten die Eresinger inzwischen, indem sie eine neue Variante auf der eigenen Gemarkung konzipierten.
Jetzt soll mit dem Brunnen ein weiteres Hindernis aus dem Weg geräumt werden – zugleich soll dies die Betriebssicherheit der gemeindlichen Wasserversorgung verbessern, so die Auskunft von Bürgermeister Josef Loy. Als dritter Einwand gegen eine Umfahrung im Süden verblieben dann nur noch Gesichtspunkte des Natur- und Landschaftsschutzes.
Forderungen des Wasserwirtschaftsamtes, die Wasserversorgung nachzubessern, stünden ja schon seit Jahren im Raum, führt Loy weiter aus. Vor rund zehn Jahren waren wiederholt Keime im Trinkwasser festgestellt worden, die nach starken Niederschlägen durch Oberflächenwasser eingebracht wurden.
Rückhaltebecken in Richtung Schöffelding
Inzwischen habe die Gemeinde dieses Problem aber ganz gut im Griff, da ein Rückhaltebecken in Richtung Schöffelding errichtet wurde. Außerdem wird bei Starkregenereignissen die Wasserförderung unterbrochen, um durch zuströmendes Oberflächenwasser keine Keime einzuschleppen.
Eine weitere Empfehlung der Wasserwirtschaft sei aber auch, einen Brunnenverbund herzustellen, um bei einem eventuellen Ausfall der Förderung nicht auf dem Trockenen zu sitzen, führt der Bürgermeister weiter aus.
Neuer Brunnen weiter südlich
Dieser Verbund, so ist derzeit ins Auge gefasst, könnte mit der Windacher Wasserversorgung hergestellt werden.
Dazu soll nun ein neuer Eresinger Brunnen südlich der bisherigen Förderanlage gebaut werden. Der neue Brunnen und das nach Süden reichende Einzugsgebiet würden dann außerhalb des Einflussbereichs einer Umgehungstrasse liegen.
Würde er von etwas höherem Gelände aus gebohrt werden, wäre man auch vor verschmutztem Oberflächenwasser geschützt.
Ein Verbund mit Windach liegt laut Loy deswegen nahe, weil das Eresinger und Windacher Wasser aus dem gleichen unterirdischen Grundwasserstrom stamme, dagegen stimme der Chemismus mit dem Pflaumdorfer Wasser nicht überein.
Inwieweit dieser Plan tatsächlich realisiert werden kann, sollen jetzt Machbarkeitsstudie, Probebohrung und Pumpversuch klären. Die Ergebnisse dürften nach Einschätzung des Bürgermeisters bis zum Frühjahr vorliegen.
Weiterer Entwurf des Planungsverbandes
Dann kann auch der Flächennutzungsplan samt Umgehungsstraße im Lichte neuer Erkenntnisse wieder angegangen werden.
Nachdem die bisherigen Trassenüberlegungen zu den Akten gelegt wurden, gibt es inzwischen einen weiteren Entwurf des Planungsverbands Äußerer Wirtschaftsraum München.
Dieser sieht einen überwiegenden Verlauf am Rand des Waldes westlich von Eresing vor, würde dann knapp westlich des Aussiedlerhofes an der Ramsacher Straße vorbeiführen, dann südwestlich vom Aussiedlerhof am Tränkholzfeld zur Schöffeldinger Straße abschwenken und von dort aus durch das bestehende Wasserschutzgebiet und südlich der Ulrichskapelle zur Windacher Straße reichen.
Bis Ende Januar sollen die Mitglieder des Gemeinderates und der Lenkungsgruppe ihre Meinung zu dieser neuen Variante kundtun.