Eresing Ist es einfach notwendig, aus Gründen der Versorgungssicherheit einen neuen Trinkwasserbrunnen in Eresing zu bauen, oder ergibt sich diese Notwendigkeit aus einer möglichen Südumgehung, die im neuen Flächennutzungsplan dargestellt werden soll? Darüber sind sich die Mitglieder des Eresinger Gemeinderats nach wie vor nicht einig. Bereits in der Sitzung vom 18. Januar, als die Gemeinderatsmitglieder nachträglich eine von Bürgermeister Josef Loy bereits in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie genehmigten, wurde ausführlich über das Für und Wider eines Brunnenbaus diskutiert. So lief es auch in der Sitzung am Mittwoch. Dabei stellte Knut Hanke vom Ingenieurbüro Dr. Blasy-Dr. Øverland eine Studie vor, für die Ergebnisse von drei Probebohrungen im Jahr 1991 herangezogen wurden.
Zweites Standbein
Andreas Graf (Dorfgemeinschaft Pflaumdorf) forderte Informationen darüber, ob ohne eine Südumgehung, die das Wasserschutzgebiet des derzeitigen Brunnens durchschneiden würde, auch dringend ein neuer, zweiter Brunnen gebaut werden müsste. „Ohne Umfahrung bestünde keine Notwendigkeit, den bestehenden Brunnen aufzulassen“, sagte Hanke dazu, „es würde von den Behörden nur weiterhin die Forderung kommen, ein zweites Standbein als Notversorgung zu schaffen.“
Doppelt so große Menge
Allerdings könnte diese beispielsweise auch von der Windacher Wasserversorgung geleistet werden. Laut Hanke kann deren Brunnen bis zu 24 Liter pro Sekunde fördern, das sei etwa doppelt so viel wie in Eresing. Das Pflaumdorfer Wasser wiederum eigne sich nicht für eine Eresinger Notversorgung, weil dieses Tertiärwasser aus sehr tiefen Bodenschichten gefördert werde und sich nicht für die Mischung mit dem Eresinger Quartärwasser eigne.
„Unser derzeitiger Brunnen liegt in einer gefährdeten Zone mit gelegentlichen Regenwassereinträgen“, gab Bürgermeister Loy zu bedenken, „da sollten wir uns zu einer anderen Lösung durchringen.“
Er sehe noch viele Unwägbarkeiten, erklärte Thomas Berger (Umweltfreundliche Bürger) und forderte als Erstes, vor einer Entscheidung, eine gemeinsame Sitzung mit dem Windacher Gemeinderat. Einen diesbezüglichen Beschluss fasste das Eresinger Gremium bei drei Gegenstimmen. Demnach sind zunächst Gespräche und Verhandlungen mit Windach zu führen sowie den Gemeinderäten von Windach und Eresing die Untersuchungen zu erläutern.
Weiter sollen Gespräche mit den Grundstückseigentümern eines möglichen neuen Standorts geführt werden. Erst danach soll den Empfehlungen des Ingenieurbüros gefolgt werden. Diese beinhalten eine Probenentnahme an den drei vor 20 Jahren untersuchten Bohrstellen, eine Versuchsbohrung, um die Fördermenge zu erschließen sowie die Einrichtung eines Versuchsbrunnens. (löbh)