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Facebook-Party: Erwartet Kaufering das große Party-Chaos?

Facebook-Party

Erwartet Kaufering das große Party-Chaos?

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    Hunderte Facebook-Fans feierten 2011 in Hamburg auf der Straße vor dem Haus von Thessa.
    Hunderte Facebook-Fans feierten 2011 in Hamburg auf der Straße vor dem Haus von Thessa. Foto: dpa

    Bleibt die Frage, wie viele es am Ende tatsächlich in die oberbayerische Marktgemeinde verschlägt. Obwohl bereits mehrere Facebook-Gruppen geschlossen wurden, werden immer neue Veranstaltungsseiten gegründet. Knapp 7000 Jugendliche etwa hatten bis Montagmittag bei der "Birthday Party 3.0" bereits zugesagt, über 52.000 sind eingeladen.

    Glaubt man den Kommentare auf den Seiten, dann meint es ein großer Teil des Partyvolks durchaus ernst: Aus allen Teilen Bayerns wollen junge Menschen an den Baggersee zwischen Kaufering und Igling kommen. Viele bilden bereits Fahrgemeinschaften. Ein User fragt: "Welchen Zug nehmen wir? :D wär doch viel lustiger wenn alle aufeinmal kommen :D". Ein anderer organisiert bereits die Anreise von Mindelheim, Türkheim und Buchloe.

    Polizei und Landratsamt halten sich bedeckt

    Sogar über mögliche Absperrungen der Polizei wird gerätselt und nach Alternativen gesucht. Der Kaiserweiher zwischen Bronnen und Salgen ist im Gespräch, ebenso wie der Nordsee in Mindelheim.

    Polizei und Landratsamt hingegen halten sich bedeckt. Die Behörden würden die Aktivitäten bei Facebook beobachten, sagt Landratsamt-Sprecher Wolfgang Müller: "Wir verfolgen, was sich da tut." Gleichzeitig kündigt er an, dass man das erlassene Party-Verbot "streng handhaben" werde.

    Auch Thessa wollte ihren Geburtstag feiern

    Die Vorgänge erinnern an Vorgänge im Juni 2011 in Hamburg. Ebenfalls auf ungewollte Art und Weise ludt dort Thessa auf Facebook ein Riesenpublikum zu ihrem 16. Geburtstag ein und versprach die „Party des Jahres“.

    Facebook-Partys und ihre Folgen – eine Chronik

    Juni 2011: Auf ungewollte Art und Weise lädt die 15-jährige Thessa aus Hamburg-Bramfeld auf Facebook ein Millionenpublikum zu ihrem 16. Geburtstag ein und verspricht die „Party des Jahres“.

    Etwa 15.000 Menschen aus ganz Deutschland kündigen sich via Facebook an, 1600 kommen tatsächlich in das beschauliche Wohngebiet.

    Tessa selbst ist gar nicht zu Hause, die Eltern engagieren einen privaten Sicherheitsdienst, um das Haus abzusichern. Die Polizei ist mit vielen Beamten vor Ort, dennoch kommt es zu Ausschreitungen.

    Elf Personen werden wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung oder Widerstand gegen die Polizei vorübergehend festgenommen.

    Im Landkreis Fürth lädt eine 14-Jährige zu einer Party ins Haus der Großeltern, die gerade verreist sind. 70 ungebetene Gäste kommen, randalieren und betrinken sich zum Teil bis zur Besinnungslosigkeit.

    In Wuppertal gerät ein kleines Straßenfest außer Kontrolle: 800 Leute folgen einem Aufruf bei Facebook und wollen mitfeiern. Die Lage eskaliert und die Polizei wird mit Feuerwerkskörpern beschossen. Bilanz: 41 Festnahmen und 16 Verletzte.

    23. Juli 2011: Im Saarland lädt ein 16-Jähriger irrtümlich öffentlich zu einer Hausparty. Er sagt die Party zwar wieder ab und verreist mit den Eltern. Trotzdem kommen bis zu 2000 Feierwütige und hinterlassen in dem Wohngebiet 50.000 Euro Schaden.

    30. Mai 2012: Rund 120 Jugendliche verabreden sich spät abends im Riemer Park in München, um einen Geburtstag zu feiern. Erst ein Großaufgebot der Polizei kann die Lage unter Kontrolle bringen.

    8. Juni 2012: Ein 18-Jähriger lädt 3000 Leute zu einer Party in die Wohnung eines gleichaltrigen Ebersbergers ein. 150 Jugendliche kommen, 30 von ihnen randalieren in der Wohnung des 18-Jährigen. Die Gruppe zieht danach durch die Ebersberger Innenstadt und randaliert dort ebenfalls.

    Etwa 15.000 Menschen aus ganz Deutschland kündigten sich via Facebook an, 1600 kamen tatsächlich in das beschauliche Wohngebiet in Hamburg-Bramfeld. Es gab Ausschreitungen und Verwüstungen.

    Feiern am Wochenende in Kaufering und Igling verboten

    Angesichts solcher Erfahrungen erließ das Landratsamt Landsberg am Freitagvormittag in Absprache mit den Gemeinden Igling und Kaufering sowie der Polizei Landsberg eine sogenannte Allgemeinverfügung. Darin wird die geplante Facebook-Party verboten, bei Zuwiderhandlungen drohen bis zu 1000 Euro Geldbuße.

    Zuvor hatte eine 13-jährige Schülerin im sozialen Netzwerk Facebook für Samstag, 23. Juni, zu ihrer Geburtstagsfeier eingeladen - allerdings aus Versehen mit einem falschen Mausklick eine öffentliche Veranstaltung erstellt. Die Folge: Rund 18.000 Menschen folgten der Einladung, bis die Polizei am Mittwochnachmittag die Veranstaltung aus dem Internet entfernen ließ.

    Der Internetgemeinde war das allerdings egal. Sofort wurden "Wir feiern trotzdem"-Partys online gestellt und für die am Freitag, 22. Juni, geplante Veranstaltung sagten erneut rund 20.000 Personen aus ganz Deutschland ihr Kommen zu. Am Donnerstagnachmittag wurde die Facebook-Veranstaltungsseite eines anonymen Users aus Baden-Württemberg allerdings wieder abgeschaltet.

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