Die für den Samstagabend am Baggersee nahe Kaufering geplante Facebook-Party könnte dank eines Großaufgebots der Polizei zu einem Flop werden. Bislang sind rund 200 Jugendliche in Kaufering eingetroffen. Die Polizei hat alle Zufahrten zum Baggersee abgeriegelt und auch am Bahnhof Stellung bezogen. Rund 300 Polizisten sind derzeit im Einsatz. Ein Hubschrauber kreist über Kaufering.
Großaufgebot am Bahnhof
Am Bahnhof werden die mit dem Zug ankommenden Jugendlichen von zahlreichen Polizisten empfangen. Viele lassen sich offenbar vom Großaufgebot an Sicherheitskräften abschrecken und fahren gleich weiter, meldet unser Reporter vor Ort. Bislang ist nach Angaben der Polizei alles friedlich verlaufen. AZ Online wird den ganzen Abend über aus Kaufering berichten.
Größte Facebook-Party Deutschlands?
Mittlerweile sind die konkreten Veranstaltungsseiten bei Facebook gelöscht worden, doch nach wie vor soll am Samstag an den Baggerseen die bislang größte Facebook-Party Deutschlands steigen – aller Behördenverbote zum Trotz. Das Landratsamt Landsberg hatte am Freitagvormittag in Absprache mit den Gemeinden Igling und Kaufering sowie der Polizei Landsberg eine sogenannte Allgemeinverfügung erlassen. Darin wird die geplante Facebook-Party verboten, bei Zuwiderhandlungen drohen bis zu 1000 Euro Geldbuße.
Selina lud zu Geburtstagsparty
Zuvor hatte eine 13-jährige Schülerin im sozialen Netzwerk Facebook für Samstag, 23. Juni, zu ihrer Geburtstagsfeier eingeladen - allerdings aus Versehen mit einem falschen Mausklick eine öffentliche Veranstaltung erstellt. Die Folge: Rund 18.000 Menschen folgten der Einladung, bis die Polizei am Mittwochnachmittag die Veranstaltung aus dem Internet entfernen ließ.
Facebook: Seite wieder abgeschaltet
Der Internetgemeinde war das allerdings egal. Sofort wurden "Wir feiern trotzdem"-Partys online gestellt und für die am Freitag, 22. Juni, geplante Veranstaltung sagten erneut rund 20.000 Personen aus ganz Deutschland ihr Kommen zu. Am Donnerstagnachmittag wurde die Facebook-Veranstaltungsseite eines anonymen Users aus Baden-Württemberg allerdings wieder abgeschaltet. (bs, drs)
Facebook-Partys und ihre Folgen – eine Chronik
Juni 2011: Auf ungewollte Art und Weise lädt die 15-jährige Thessa aus Hamburg-Bramfeld auf Facebook ein Millionenpublikum zu ihrem 16. Geburtstag ein und verspricht die „Party des Jahres“.
Etwa 15.000 Menschen aus ganz Deutschland kündigen sich via Facebook an, 1600 kommen tatsächlich in das beschauliche Wohngebiet.
Tessa selbst ist gar nicht zu Hause, die Eltern engagieren einen privaten Sicherheitsdienst, um das Haus abzusichern. Die Polizei ist mit vielen Beamten vor Ort, dennoch kommt es zu Ausschreitungen.
Elf Personen werden wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung oder Widerstand gegen die Polizei vorübergehend festgenommen.
Im Landkreis Fürth lädt eine 14-Jährige zu einer Party ins Haus der Großeltern, die gerade verreist sind. 70 ungebetene Gäste kommen, randalieren und betrinken sich zum Teil bis zur Besinnungslosigkeit.
In Wuppertal gerät ein kleines Straßenfest außer Kontrolle: 800 Leute folgen einem Aufruf bei Facebook und wollen mitfeiern. Die Lage eskaliert und die Polizei wird mit Feuerwerkskörpern beschossen. Bilanz: 41 Festnahmen und 16 Verletzte.
23. Juli 2011: Im Saarland lädt ein 16-Jähriger irrtümlich öffentlich zu einer Hausparty. Er sagt die Party zwar wieder ab und verreist mit den Eltern. Trotzdem kommen bis zu 2000 Feierwütige und hinterlassen in dem Wohngebiet 50.000 Euro Schaden.
30. Mai 2012: Rund 120 Jugendliche verabreden sich spät abends im Riemer Park in München, um einen Geburtstag zu feiern. Erst ein Großaufgebot der Polizei kann die Lage unter Kontrolle bringen.
8. Juni 2012: Ein 18-Jähriger lädt 3000 Leute zu einer Party in die Wohnung eines gleichaltrigen Ebersbergers ein. 150 Jugendliche kommen, 30 von ihnen randalieren in der Wohnung des 18-Jährigen. Die Gruppe zieht danach durch die Ebersberger Innenstadt und randaliert dort ebenfalls.